Chronik | Österreich
20.01.2018

Familie dealte Medikamenten

54-Jähriger und seine Lebensgefährten ließen sich starke Schmerzmittel verschreiben - Seine drei erwachsenen Kinder sollen sie seit 13 Jahren weiterverkauft haben.

Südsteiermark. Im Bezirk Leibnitz ist ein ganzer Familienverband als mutmaßliche Drogendealer-Bande ausgeforscht worden. Ein 54-jähriger Mann und seine 47-jähriger Lebensgefährtin sollen sich seit mindestens 13 Jahren Morphin- und Schlaftabletten verschreiben lassen haben. Diese seien vor allem über die erwachsenen Kinder des Mannes weiterverkauft worden sein, teilte die Polizei mit.

Laut Exekutive sind alle fünf Tatverdächtigen beschäftigungslos. Der 54-Jährige, seine Lebensgefährtin sowie seine beiden in Graz lebenden Töchter im Alter von 33 und 31 Jahren und sein 22-jähriger Sohn sollen durch den Weiterverkauf der Medikamente am Schwarzmarkt rund 240.000 Euro verdient haben.

Die Fäden soll der 54-Jährige aus dem Bezirk Leibnitz gezogen haben. Der Mann hatte sich nach einem Bandscheibenvorfall vor rund 25 Jahren hohe Dosen an Morphin- und Schmerztabletten verschreiben lassen. Er habe vorgegeben, enorme Schmerzen zu haben, soll dann aber nur einen geringen Teil der Medikamente eingenommen und den Rest gewinnbringend verkauft haben.

Schmerzmittel

Vor rund zehn Jahren habe der Mann auch seine Lebensgefährtin von dem Geschäftsmodell überzeugt: Auch sie klagte laut Polizei seither bei Ärzten über Schmerzen, um starke Analgetika zu bekommen. Andere Therapien hätten die beiden stets abgelehnt. Vor allem die Kinder des Mannes sollen die Medikamente verkauft haben. Der 22-jährige Sohn wird zudem verdächtigt, sich durch den Verkauf von rund eineinhalb Kilo Marihuana noch einen weiteren Nebenverdienst geschaffen zu haben. Die Verdächtigen sind teilweise geständig. Der 54-Jährige und seine 33-jährige Tochter sind in U-Haft, die anderen Familienmitglieder wurden auf freiem Fuß angezeigt.