Chronik | Österreich
12.09.2017

Falscher Zahnarzt behandelte Patienten

Sechs Monate bedingte Haft und 900 Euro Geldstrafe für Steirer. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

"Das war der größte Fehler meines Lebens", gesteht der Pensionist und gibt alles zu, das ihm die Staatsanwältin vorwirft: Der Steirer soll mindestens 20 Menschen als Zahnarzt behandelt haben, obwohl er nur Zahntechniker ist. Die Folgen bekamen die Patienten zu spüren: Beschädigte Zähne, freigelegte Nervenkanäle, Entzündungen, Dauerschmerzen.

Acht Jahre lang soll der 59-Jährige Behandlungen durchgeführt haben, für die er nicht ausgebildet ist. In einem Raum ohne entsprechende Einrichtung: Da soll er Injektionsnadeln mehrfach verwendet haben, ohne sie zu sterilisieren. Es gab weder Absaugvorrichtung noch Wasserspülung. Nicht einmal Handschuhe soll der 59-Jährige getragen haben. Dafür dürfte er gesunde Zähne abgeschliffen und Prothesen falsch angepasst haben.

Kurpfuscherei nennt das die Anklage, die Verteidigerin spricht von einer "übersehenen Grenze". Ihr Mandant habe sich nicht bereichert, sondern "Kundenwünsche" erfüllt. Die Anklägerin kontert, das sei eine "bewusste Grenzüberschreitung" gewesen.

Das Urteil: Sechs Monate bedingt und 900 Euro Geldstrafe, nicht rechtskräftig.