Chronik | Österreich
04.08.2017

Fahrrad auf Leitungen geworfen: Südbahn stundenlang gesperrt

Lebensgefährlicher "Lausbubenstreich" sorgte für Verspätungen im Zugverkehr.

Eine stundenlange Sperre bei der ÖBB-Südbahnstrecke haben vermutlich zwei Burschen im obersteirischen Kapfenberg verursacht: Sie dürften gegen 1.40 Uhr ein Fahrrad auf die Hochspannungsleitung über den Gleisen geworfen haben. Bis Freitagmittag war der Zugverkehr nur eingleisig möglich. Es kam zu Verspätungen und ein Schienenersatzverkehr war nötig. Den Burschen drohen erhebliche Kosten.

Laut Polizei hatten die bisher unbekannten Täter das blaue Fahrrad von der Bahngleisüberführung im Bereich der Leobener Straße (B116) auf die Leitungen geworfen. Diese wurden dabei so stark beschädigt, dass der herannahende Güterzug angehalten werden musste. Die Ermittler gehen von zwei männlichen Tätern aus und suchen seit den Nachtstunden nach ihnen. Nahe dem Tatort waren von Zeugen ein rosaroter Roller- und ein Fahrrad-Fahrer beobachtet worden.

"Das geht weit über einen Lausbubenstreich hinaus", sagte ÖBB-Sprecher Christoph Posch zur APA. Der oder die Täter hätten sich selbst in große Gefahr gebracht und auch den Zugverkehr gefährdet. Neben dem Schaden an der Lok und der Anlage sowie den Verspätungsminuten und den Kosten für den Schienenersatzverkehr könnten auch noch Pönalen der Bahn-Kunden auf die Täter zukommen. Insgesamt sei von einer "erheblichen" Summe auszugehen, sagte der Sprecher.

Mittlerweile wurden die Schäden durch das auf die Oberleitungen geworfene Fahrrad behoben. Der Bahnverkehr kann wieder ohne Behinderungen auf der Südbahnstrecke geführt werden. Knapp zehn Personenzüge waren Freitagvormittag ausgefallen, zwei davon betrafen den Fernverkehr. Güterzüge fielen nicht aus, sie hatten jedoch Verspätung.

Laut Christoph Posch mussten rund 200 Meter Oberleitungen ausgetauscht werden. Isolatoren und Masten wurden ebenfalls beschädigt. Bei der Polizei hieß es am Nachmittag, dass noch immer nach den Tätern gesucht wird.