Die Isolationsstation im Landeskrankenhaus Salzburg ist gesperrt. Grund dafür ist ein Flüchtling aus Liberia.

© APA/BARBARA GINDL

Untersuchung läuft
10/07/2014

Entwarnung bei Ebola-Verdachtsfall in Salzburg

15-Jähriger aus Liberia weist derzeit kein Fieber auf - Laborproben wurden bereits versandt.

Einen Tag nachdem in den Salzburger Landeskliniken der Notfallplan für Ebola-Verdachtsfälle aktiviert wurde, gab es vorerst leichte Entwarnung. Der junge Flüchtling aus Liberia, der im Flachgau aufgegriffen worden war, weist keine Symptome und somit auch kein Fieber auf, wie in einer Pressekonferenz Dienstagnachmittag verkündet wurde. Laborproben wurden bereits versandt, es sei aber nicht davon auszugehen, dass sie positiv ausfallen.

Aber auch von den Laborproben könne man kein definitives Ergebnis erwarten. Erst wenn der Patient mehr als 38,5 Grad Fieber hat, seien die Laborergebnisse aussagekräftig. Der junge Mann muss zumindest bis Dienstag nächster Woche im Landeskrankenhaus bleiben. Dann wird aufgrund der vorliegenden Daten und Fakten über die weitere Vorgehensweise entschieden.

Patient "klinisch gesund"

Der 15-Jährige gilt weiterhin als Hochrisikopatient, er weist derzeit aber keine Krankheitssymptome auf. "Es geht ihm gut, er ist klinisch gesund, er bekommt keine Medikamente. Der Patient sagt, er fühlt sich wohl", sagte Viktoria Faber, Oberärztin der "Inneren Medizin 3" der Salzburger Klinik.

Der 15-Jährige wird derzeit in einem Schleusenzimmer der Isolierstation auf der "Inneren Medizin 3" versorgt. "Über die Flucht aus Liberia gibt es keine detaillierte Darstellung. "Wir nehmen an, dass er durch eine Schlepperbande heraufgekommen ist", sagte Faber. Er sei in einem Auto auf dem Weg zum Erstaufnahmezentrum Thalheim gewesen. Die Kommunikation mit dem Flüchtling sei schwierig, weil er nicht ausreichend Englisch spreche, erklärte die Oberärztin. Das Spital bemüht sich nun um einen Dolmetscher.

Familie offenbar an Ebola gestorben

Der junge Mann wurde laut Michael Haybäck, Leiter des städtischen Amtes für öffentliche Ordnung, am Montag in der Stadt Salzburg nahe des Hauptbahnhofes im Rahmen einer Polizeikontrolle in einem Pkw aufgegriffen und dann auf die Polizeiinspektion Wals-Siezenheim (Flachgau) gebracht. Dort erzählte der Teenager den Beamten, dass seine Familie vor zwei Monaten an Ebola gestorben sei und er sie bis zuletzt gepflegt und auch beerdigt habe. Danach sei er in einem Boot auf dem Seeweg nach Europa geflüchtet.

Nach der Befragung durch die Polizei wurde der Flüchtling am Montag in das Salzburger Landeskrankenhaus eingeliefert. Der Notfallplan war bereits in Gang gesetzt. Der Hochrisikopatient habe im Schutzanzug die Infektionsabteilung betreten, auch die Polizisten und das Rot-Kreuz-Team hätten einen Schutzanzug getragen, schilderte Faber.

Keine Gefahr für Kontaktpersonen

Für Landessanitätsdirektorin Heidelinde Neumann handelt es sich aus derzeitiger Sicht um einen "glimpflichen Fall", für Kontaktpersonen und die Bevölkerung sei derzeit keine Gefahr gegeben. Solange der Patient nicht infektiös sei, bestehe auch für die Kontaktpersonen hier in Salzburg keine Gefahr einer Erkrankung, beruhigte Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP). Die Kontaktpersonen in Salzburg wurden aber alle aufgelistet.

Die Inkubationszeit beträgt bei Ebola zwischen zwei bis 21 Tage. Im Falle einer Infektion würden die Patienten im Schnitt innerhalb von zwei bis acht Tagen schwer erkranken. Die Sterblichkeitsrate liege bei 50 Prozent, erklärte Vorstand Richard Greil. Der 15-jährige Flüchtling, dessen Alter und Herkunft allein auf Erzählungen des Burschen beruhen, wird nun eine Woche lang im Salzburger Landeskrankenhaus auf der Isolierstation beobachtet. Danach wird über die weitere Vorgehensweise entschieden. "Es besteht keine Eile", sagte Professor Greil.

Bislang haben sich diverse Ebola-Verdachtsfälle in Österreich nicht bestätigt - der KURIER berichtete. Am Montag wurde aber die erste Ebola-Ansteckung in Europa bekannt - in Madrid hat sich eine Krankenschwester mit dem Virus infiziert (siehe unten).

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Erste Ebola-Ansteckung innerhalb Europas

Erstmals während der aktuellen Ebola-Epidemie hat sich ein Mensch innerhalb Europas mit dem gefährlichen Virus infiziert. Eine Krankenschwester steckte sich bei einem Ebola-Patienten in einem Madrider Krankenhaus an, teilte Spaniens Gesundheitsministerin Ana Mato am Montag mit. Sie hatte den spanischen Geistlichen Manuel García Viejo gepflegt, der sich in Sierra Leona mit Ebola infiziert hatte und mit einem Flugzeug der spanischen Luftwaffe ausgeflogen worden war. Der 69-Jährige starb am 25. September in Madrid. Die Erkrankte wurde in der Nacht zum Dienstag in das Krankenhaus gebracht, in dem auch Garcia Viejo behandelt wurde. Eine Ansteckung bei dem ebenfalls behandelten Missionar Miguel Pajares wurde ausgeschlossen.

Spaniens Gesundheitsministerin erklärte, dass zwei Bluttests der Krankenschwester in Spanien positiv ausgefallen seien. Wie die Frau sich infiziert habe, sei unklar. Der Gesundheitszustand von mehr als 30 Menschen werde überwacht.

Nach Angaben des Generaldirektors der medizinischen Erstversorgung der Region Madrid, Antonio Alemany, hatte die Frau zuvor zweimal das Krankenzimmer des Ebola-Patienten betreten. Einmal zur Pflege, ein anderes Mal gleich nach dem Tod des spanischen Geistlichen.

Unterdessen teilte die Organisation Ärzte ohne Grenzen mit, dass sich eine norwegische Mitarbeiterin in Sierra Leone mit dem Ebola-Virus angesteckt hat. Die Frau sollte zur Behandlung in das Osloer Universitätsklinikum geflogen werden.

USA verstärken Fluggastkontrolle

US-Präsident Barack Obama rief inzwischen andere Länder zu mehr Unterstützung zur Eindämmung von Ebola auf. Ohne konkrete Staaten zu nennen, sagte Obama, andere Länder seien nicht aggressiv genug gegen das Virus vorgegangen. Um einen möglichen Ebola-Ausbruch in den USA zu verhindern, würden Fluggäste stärker kontrolliert, sagte Obama am Montag nach einem Treffen mit Mitgliedern des Nationalen Sicherheitsrats. Wie genau diese Kontrollen ablaufen sollen, sagte er nicht.

Die Gefahr eines umfassenden Ausbruchs der Epidemie in den USA sei aber "extrem gering", so der US-Präsident. In den USA war vor rund einer Woche bei einem Mann aus Liberia Ebola diagnostiziert worden. Es war die erste Ebola-Diagnose außerhalb Afrikas seit Beginn der aktuellen Epidemie.

Als nunmehr fünfter Amerikaner, der sich in Westafrika mit Ebola infizierte und in die Heimat gebracht wurde, traf am Montag ein Kameramann des Senders NBC in Omaha (US-Staat Nebraska) ein. Der 33-Jährige wird in der Isolierstation des Nebraska Medical Center behandelt. Der Freiberufler war NBC zufolge für Dreharbeiten in der liberischen Hauptstadt Monrovia engagiert worden.

Der Ebola-Patient in den USA wird ab sofort mit einem experimentellen Medikament behandelt. Der Mann bekomme das von der US-Firma Chimerix entwickelte Präparat "brincidofovir", das derzeit noch getestet werde, teilte das Texas Health Presbyterian Krankenhaus in Dallas am Montag mit. Die US-Gesundheitsbehörde CDC hatte zuvor mitgeteilt, dass der Mann nicht wie andere Patienten in den USA zuvor mit dem experimentellen Medikament "ZMapp" behandelt werde, weil es aufgebraucht sei.

Der Mann aus Liberia schwebt nach Angaben des Krankenhauses weiter in Lebensgefahr, sein Zustand sei aber stabil. Bei ihm war vor rund einer Woche Ebola diagnostiziert worden. Es handelt sich dabei um die erste Ebola-Diagnose außerhalb Afrikas seit Beginn der aktuellen Epidemie.

Mehr als 3400 Tote in Westafrika

In den drei am härtesten von Ebola betroffenen Ländern Liberia, Guinea und Sierra Leone fallen trotz verbesserter Hilfsmaßnahmen immer noch täglich Menschen Ebola zum Opfer. Insgesamt sind bei der WHO inzwischen mehr als 3400 Tote in den drei Ländern erfasst, mit über 2000 die weitaus meisten davon in Liberia.

In Berlin rief Liberias Botschafterin Ethel Davis die Deutschen zu mehr Spenden für den Kampf gegen die Epidemie auf. Die Lage in ihrem Land sei katastrophal. Vertreter mehrerer Hilfsorganisationen beklagten die aus ihrer Sicht geringe Spendenbereitschaft.

Auch Marburg-Fieber breitet sich aus

Eine weitere schlimme Nachricht kam aus Afrika: In Uganda ist das eng mit Ebola verwandte Marburg-Fieber ausgebrochen. Ein Klinikmitarbeiter in dem ostafrikanischen Land erlag dem Virus, mehrere haben sich möglicherweise infiziert. Insgesamt stünden 80 Menschen in Quarantäne unter Beobachtung, sagte die Direktorin des staatlichen Gesundheitsdienstes. Präsident Yoweri Museveni rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren.

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