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Salzburg
07/03/2013

Eklat in Radstadt: Feuerwehr ist führungslos

Die Führungsriege der Freiwilligen Feuerwehr trat geschlossen zurück. Einsatzbereitschaft sei aber weiter gegeben, wird versichert.

von Niki Nussbaumer

Im Internet lächelt die Führungsriege der Freiwilligen Feuerwehr in Radstadt noch von der Homepage, doch tatsächlich hat das gesamte Feuerwehrkommando und der Ortfeuerwehrrat seine Uniformen für immer ausgezogen. Am Montagabend traten die sieben Mitglieder geschlossen zurück.

Grund dafür waren Differenzen mit der Stadtpolitik; zuerst ging’s ums Geld, dann um den guten Ton. Konkret hatte Feuerwehrkommandant Roland Wechselberger eine Pauschale von 2000 Euro gefordert; diese sollte als Aufwandsentschädigung für jene Führungskräfte bestimmt sein, die mehrere Posten besetzen und damit mehr Arbeit leisten als andere Feuerwehrleute. Doch diese Förderzahlung wurde vom Stadtgemeinderat mehrheitlich abgelehnt. Bürgermeister Josef Tagwercher (ÖVP) hatte zwar seine Zustimmung signalisiert, aber SPÖ und FPÖ, die in Radstadt gemeinsam elf der 21 Mandate haben, stimmten dagegen.

„Nicht wertgeschätzt“

Zuletzt fühlten sich Wechselberger und sein Führungsteam auch ungerecht behandelt. Rote und blaue Gemeindevertreter hätten sich auf Festen und auf Stammtischen abfällig über seine Kameraden geäußert, sagt Wechselberger. „Da gibt es null Wertschätzung gegenüber der Feuerwehr.“ SPÖ und FPÖ bestreiten dies. Ein Einlenken kommt für die ausgetretenen sieben Mitglieder nicht in Frage. „Der Entschluss ist endgültig“, sagt Wechselberger.

„Das ist natürlich eine ungute Situation“, erklärt Salzburgs Landesfeuerwehrkommandant Leo Winter. Er hat Verständnis dafür, dass Freiwillige eine Aufwandsentschädigung fordern. „Niemand sollte finanziell draufzahlen. Man darf nicht vergessen: Die Männer und Frauen fahren mit ihrem Auto zum Einsatz und telefonieren auch mit ihrem Handy.“ Da aber solche Förderungen landesweit nicht einheitlich geregelt seien, obliege es jeder Gemeinde zu entscheiden, ob und wie man freiwillige Arbeit unterstütze.

Als Bürgermeister ist Josef Tagwercher für die örtliche Sicherheit in Radstadt zuständig. Seit Montagabend obliegt nun ihm das Kommando über die Feuerwehr, die bereits im Jahr 1875 gegründet wurde. „Die Einsatzbereitschaft ist sichergestellt“, versichert er. 56 Mann seien verblieben. Und im Notfall würden die Feuerwehren der Nachbargemeinden ausrücken.

Nun heißt es für Tagwercher, möglichst bald eine neue Führungscrew zu suchen und zu installieren. Bis dahin gilt: Bei Einsätzen übernimmt der jeweils ranghöchste anwesende Feuerwehrmann die Leitung.

Feuerwehr Radstadt

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