Zwischen Kufstein und Zirl, zwischen Karrösten und Zams sowie zwischen Innsbruck und Schöneberg  gilt ab Herbst Tempo 100.

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Tirol
06/24/2014

Ein Jahr lang Tempo 100

Regierung einigte sich auf "Lufthunderter" ab Herbst auf der Inntalautobahn.

Die Tiroler Landesregierung hat ein Streitthema weniger: Ab Herbst gilt auf Teilen der Inntalautobahn Tempo 100.

Die Verordnung ist Teil eines Verkehrspakets, auf das sich die Regierungsparteien am Dienstag geeinigt haben. Ziel sei die nachhaltige Reduktion des alpenquerenden Transitverkehrs und eine Entlastung der Anrainer entlang der Inntal- und Brennerautobahn, teilten Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und seine Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) mit.

Die IG-L Verordnung (Immissionsschutzgesetz-Luft) gilt ab Herbst auf der Inntalautobahn zwischen Kufstein und Zirl, zwischen Karrösten und Zams im Tiroler Oberland sowie auf der Brennerautobahn zwischen Innsbruck und Schönberg.

Allerdings nur auf Probe: Nach einem Jahr sollen die Ergebnisse aus den Schadstoffmessungen evaluiert werden. Stellt sich dann heraus, dass die gewünschten Effekte für die Umwelt nicht eingetreten sind, werde Tempo 100 wieder aufgehoben, stellte Platter klar.

"Kniefall" vor Grünen

Vor den Landtagswahlen 2013 nannte er Tempo 100 noch "Schwachsinn" – jetzt spricht er von einem "Kompromiss", und erklärt: "Da und dort müssen eben beide Regierungsparteien Federn lassen. Es ist notwendig, Bewegung zu zeigen und sich nicht einzuzementieren.

Als Argument führt er die Gesundheitsgefährdung der Tiroler an. Ärzte hätten auf eine Maßnahme gedrängt. Die Landesregierung hätte sich mit ihrer Entscheidung auch durch entsprechende Gutachten abgesichert, betont er.

Die FPÖ bezeichnet die Verordnung in einer ersten Reaktion als einen "Kniefall vor den Grünen". Das Tempolimit sei wirtschaftsfeindlich und gefährde heimische Arbeitsplätze. Kritik kommt auch von Fritz Gurgiser vom Transitforum Austria: Er mahnt ein "Gesamtpaket" ein, wo zusätzlich zur Gesundheitsgefährdung auch der Verkehrssicherheit mit einem Lkw-Tempolimit von 60 oder 70 km/h Rechnung getragen werden müsse.

Die Regierungsparteien verfolgen mit dem "Lufthunderter" aber noch einen anderen Plan. Er soll zur Wiedereinführung des sektoralen Fahrverbots für Lkw beitragen. Der Europäische Gerichtshof hatte es im Dezember 2011 gekippt, weil das Land keine Alternativen anbieten konnte. Eine entsprechende Verordnung sei für 1. November 2015 vorgesehen, kündigt Landeshauptmann Platter an. Außerdem ist die stufenweise Ausdehnung des Fahrverbots für Schwerfahrzeuge mit höherem Schadstoffausstoß bis inklusive "Euroklassen IV" geplant.

Wo der „Lufthunderter“ schon gilt

Ab Herbst führt das Land Tirol eine Tempo-100-Beschränkung auf der Inntalautobahn ein. Die Abschnitte zwischen Kufstein und Zirl sowie zwischen Imst und Zams werden bereits seit 2005 mit einer "Verkehrsbeeinflussungsanlage" der Infrastrukturgesellschaft Asfinag geregelt – allerdings nur flexibel je nach Schadstoffbelastung. Nach dem einjährigen Testbetrieb, der im Herbst startet, soll das Limit permanent gelten. Neu ist der Bereich auf der A13 zwischen Innsbruck und Schönberg.

Verkehrsbeeinflussungsanlagen nach dem IG-L gibt es bereits auf folgenden Autobahnabschnitten:

Steiermark
Auf der Südautobahn A2 zwischen Sinabelkirchen und Lieboch sowie auf der Pyhrnautobahn A9 zwischen Deutschfeistritz und Leibnitz seit 2008. Gesamtlänge: 68,4 Kilometer.

Salzburg
Auf der A10 zwischen dem Knoten Salzburg und Golling auf einer Länge von 24,8 Kilometern seit 2008. Zwischen dem Knoten Walserberg und Salzburg-Nord auf der A1 wurde von Februar bis Mai Tempo 80 getestet. Die Evaluation ergab einen Rückgang der Schadstoffbelastung von etwa sieben Prozent. Die Lärmbelastung ging um etwa 35 Prozent zurück.

Oberösterreich
Auf der A1 zwischen Linz und Enns auf einer Länge von ca. 13 Kilometern seit 2008.

Kärnten
Auf der A2 in Klagenfurt auf ca. 12 Kilometern seit 2009.

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