Chronik | Österreich
26.12.2017

Drogen um halbe Mio. Euro geschmuggelt: Dealer in Haft

Ein Bosnier und ein Slowene hatten das Suchtgift über die Grenze gebracht, zwei heroinabhängige Klagenfurter verkauften es an Abnehmer.

Die Polizei hat in Kärnten vor den Weihnachtsfeiertagen vier Männer verhaftet, die im großen Stil Drogen aus Slowenien geschmuggelt und verkauft hatten. Dies teilte die Landespolizeidirektion am Dienstag mit. Ein Bosnier (21) und ein Slowene (20) hatten das Suchtgift im Straßenverkaufswert von rund 450.000 Euro über die Grenze gebracht, zwei heroinabhängige Klagenfurter verkauften es an Abnehmer.

Die Ermittlungen gegen die vier Männer waren seit August 2017 von der Suchtgiftgruppe des Bezirkspolizeikommandos Klagenfurt-Land und dem Landeskriminalamt geführt worden. Der Bosnier und der Slowene sollen seit Jänner 2016 bei regelmäßigen Fahrten über verschiedene Grenzübergänge insgesamt neun Kilogramm Heroin, ein halbes Kilo Kokain und zumindest 350 Stück Ecstasy-Tabletten geschmuggelt haben, wie die Polizei am Stephanitag bekanntgab.

Zugriff erfolgte am 20. Dezember

Die Drogen wurden in verschiedenen Wohnungen in Krumpendorf und in Klagenfurt an zwei heroinabhängige Klagenfurter im Alter von 20 und 21 Jahren übergeben. Das Duo verkaufte sie an mindestens 25 den Fahndern bekannte und an weitere unbekannte Abnehmer. Der Zugriff der Polizei erfolgte am 20. Dezember um 21.25 Uhr: Mit Unterstützung des Einsatzkommandos Cobra wurden alle vier Männer in einer sogenannten Bunker-Wohnung in Klagenfurt auf frischer Tat ertappt. Der Bosnier und der Slowene versuchten zwar noch, aus der Wohnung über mehrere Balkone zu entkommen, wurden aber gestellt und verhaftet.

Bei dem Quartett wurden mehrere tausend Euro, Drogen aus "aktuellen Geschäften", Suchtgiftutensilien und Mobiltelefone sichergestellt. Bei den Vernehmungen stellte sich heraus, dass der 21-jährige Bosnier im April an einem weiteren Suchtgifthandel in Klagenfurt beteiligt gewesen war. Alle vier wurden in die Justizanstalt Klagenfurt gebracht. Bezüglich der Abnehmer der Drogen oder weiterer möglicher Mittäter werde noch ermittelt, teilte die Polizei mit.