Chronik | Österreich
16.11.2017

Doppelmord von Stiwoll: "Bisher war keine Spur positiv"

Die Polizei erhielt 180 Hinweise, durchsuchte 110 Häuser, ließ DNA-Spuren prüfen.

"Wir haben keinen konkreten Hinweis auf ihn", muss Renè Kornberger, Leiter der "Sonderkommission Friedrich" zugestehen. Es ist Tag 20 nach dem Doppelmord in Stiwoll; Friedrich Felzmann bleibt untergetaucht. Weder Wärmebildkameras noch die Durchsuchung von 110 Häusern und Hütten waren erfolgreich.

Die Hoffnung, mittels DNA-Spuren ein Bewegungsmuster des 66-Jährigen ablesen zu können, zerschlug sich ebenfalls. "Bisher war keine Spur positiv. Es gibt kein Indiz, dass sich der Verdächtige an bestimmten Örtlichkeiten aufgehalten hat", bedauert Kornberger. Auch Zielfahndung in drei Nachbarstaaten, in denen Felzmann Urlaub machte, ergab nichts. Ebenso wenig gibt es Hinweise, dass er zu Menschen Kontakt aufgenommen hätte. Zwei "Husar", Fahrzeuge des Bundesheers mit weitreichenden Kameras und Bewegungsmeldern, überwachen neuralgische Stellen rund um die Uhr.

180 Hinweise aus der Bevölkerung wurden abgearbeitet, jedoch ohne Treffer. "Wir wollen ihn finden. Wir tun alles", versichert Michael Lohnegger, Vizechef der "Soko Friedrich". "Für einen Durchschnittsbürger wäre diese lange Dauer im Wald unvorstellbar. Aber er ist kein Otto Normalverbraucher." Felzmann, der als Tierfotograf tage- und nächtelang allein im Wald war, wisse, wie man sich in dem weitläufigen Gebiet versteckt. "Auch die Jäger sagen uns: Wenn ich will, dann findet mich dort keiner", schildert Lohnegger.

Apropos Jäger: Nach einer kurzen (Angst-)Pause wegen des vermutlich bewaffneten Flüchtigen kehren sie wieder in ihr Revier zurück, für Samstag ist eine Jagd angesetzt. Für die Polizei ist das in Ordnung, versichert Kornberger. "Wir gehen nicht davon aus, dass der Verdächtige eine neue Konfrontation suchen wird."