Chronik | Österreich
26.01.2018

Doppelmord: 5000 Euro für Hinweise auf Verdächtigen

Keine neuen Erkenntnisse im Fall Stiwoll. Sonderkommission wird Februar aufgelöst.

"Das ist eine gewisse Einzigartigkeit", überlegt René Kornberger, Leiter der "Sonderkommission Friedrich": Üblicherweise gäbe es bei einer Flucht über einen so lange Zeitraum irgendeinen brauchbaren Hinweis auf den Betroffenen, Geldbehebungen, Kontakte zu Menschen. Aber im Fall des Doppelmordes von Stiwoll? Nichts. Und das seit 30. Oktober: An dem Tag wurde der Kastenwagen des mutmaßlichen Täters Friedrich Felzmann im Wald gefunden.

"Wir haben alles berücksichtigt, was es zu berücksichtigen gab", versichert Kornberger. Da zuletzt kaum noch Tipps auf den Verdächtigen eingingen, soll die Aussicht auf Belohnung helfen: 5000 Euro gibt es für den Hinweis, der zu Felzmann führt.

Soko mit Ablaufdatum

400 Hinweisen wurde bisher nachgegangen, das Gelände um Stiwoll mehrmals durchsucht, Überwachungsvideos von Tankstellen durchgeschaut. Das Einzige, das die Polizei mit Sicherheit zu wissen meint: Felzmann, der am 29. Oktober zwei Nachbarn erschossen haben soll, könne nicht mehr in der Gegend sein. "Das lässt sich sagen, weil die Bevölkerung sehr sensibel ist." Sogar der Diebstahl von Äpfeln wurde der "Soko Friedrich" gemeldet, weil sie dem Flüchtigen zugeschrieben wurden.

Mit Februar schraubt die Exekutive ihre bereits reduzierten Maßnahmen weiter zurück. Die Sonderkommission wird aufgelöst, kündigt Landespolizeidirektor Gerald Ortner an. Bis zu 400 Beamte waren direkt nach dem Doppelmord pro Tag im Einsatz, einen Monat lang assistierte auch das Bundesheer mit speziellen Wärmebildkameras, Drohnen flogen das Gelände ab. Über die Kosten schweigt Ortner vorerst. "Einsätze dieser Dimension werden zu einem späteren Zeitpunkt evaluiert."