Chronik | Österreich
11.01.2018

Die Mur im rasanten Baustellen-Umbau

Arbeiten zu Kraftwerk und Speicherkanal gehen flott voran. Der Fluss soll durch die gestiegene Wasserhöhe auch langsamer werden.

Der Anblick ist ein anderer geworden. Nahezu wöchentlich wechselt das Aussehen der Mur, wenn man vom Puchsteg in Richtung Norden schaut. Das Flussbett wurde durch Betonwände um die Hälfte verkleinert, derzeit ragen dicke gelbe Abflussrohre vom Ufer in diese Wände: Deutlich sichtbare Zeichen, dass die Bauarbeiten für das Murkraftwerk in Graz-Puntigam und für den zentralen Speicherkanal der Stadt zügig vorangehen.

"Wir liegen voll im Zeitplan", versichert Urs Harnik-Lauris, Sprecher der Energie Steiermark. Die Mur wurde umgeleitet, um das Kraftwerkshaus im angestammten Flussbett bauen zu können. Vor einem Monat wurden die ersten Betonelemente errichtet, Mitte Juni 2019 soll das Kraftwerk bereits Strom liefern.

Unumstritten ist das Projekt freilich nicht, auch die Stadtpolitik ist uneins. Doch die Zeit der Demonstrationen und Baustellenbesetzungen scheint vorbei. Auch rechtlich seien alle Klagen, die von Projektgegnern eingebracht worden sind, längst entschieden zugunsten der Bauwerber, betont Harnik-Lauris. Das Kraftwerk hat das Potenzial, 20.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.

So schmal wie die Mur derzeit fließt, wird sie aber nicht bleiben. Sobald die Bauarbeiten abgeschlossen sind, wird sie wieder in das alte Bett umgeleitet. Der Speicherkanal wird dann unter der Wasseroberfläche liegen und unsichtbar sein. Sichtbarer als jetzt soll dann allerdings der Fluss selbst werden: Die Wasserhöhe steigt an, die Mur wirkt durch den Effekt breiter.

So soll sie auch wesentlich ruhiger gemacht werden. Künftig soll daher erlaubt sein, was bisher nicht gefahrlos möglich war: Auf Höhe des Puchstegs (der allerdings dem Kraftwerk weichen muss und abgerissen wird), soll ein direkter Flusszugang möglich werden. Bisher floss die Mur für so etwas zu schnell.