Soldaten errichten das Containerdorf in Spielfeld

© /ELMAR GUBISCH AUSTRIA

Steiermark
12/19/2015

Die Lücke im Grenzzaun ist wieder geschrumpft

In Spielfeld sollen künftig in Containeranlage mit Drehkreuzen und vier Wartezonen bis zu 11.000 Flüchtlinge täglich abgefertigt werden.

von Elisabeth Holzer

Zuletzt kamen am Dienstag Flüchtlinge in Spielfeld an, rund 1000. "Seither null", berichtet Polizeisprecher Fritz Grundnig. Dafür herrscht rege Bautätigkeit am Grenzübergang an der Bundesstraße. Zwei Drittel der Container des "Grenzmanagement" genannten Projekts stehen, bis zum Silvestertag soll alles fertig sein.

Bis zu 11.000 Menschen können dort dann täglich registriert und weitertransportiert werden. Drehkreuze direkt an der Staatsgrenze sollen für eine "geordnete Einreise" sorgen, versichert Konrad Kogler, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit. "Von dort geht es in vier Schlangen in Vereinzelungsbereiche und weiter zu den Registrierungscontainern."

An den Eingangsbereichen werden Bildschirme aufgehängt, die zeigen, wie lange es noch bis zur nächsten Station oder den Bussen dauert. Eigene Wartebereiche für Familien, alleinreisende Männer, Flüchtlinge mit oder ohne Dokumente sind geplant. "Eines der zentralen Anliegen ist, Druck wegzunehmen", begründet Kogler das System, das flexibel und mobil sowie europaweit einzigartig sei.

Drei Verträge fehlen

Auch 1,6 Kilometer des Grenzzaunes stehen schon, die restlichen drei Kilometer sollen bis Jahresende folgen. Bis auf drei hätten alle Grundbesitzer die Verträge mit dem Bund unterzeichnet, betont Oberst Josef Reich von der Landespolizeidirektion.

Die Lücke im Zaun soll außerdem nicht bis zu 800 Meter betragen, sondern geringer sein: Reich will teilweise von Privateigentum auf öffentliche Straßen ausweichen. Offen seien derzeit 210 Meter, die Winzer Erich Polz betreffen, sowie acht Meter am Grundstück des Grazer Ex-ÖVP-Stadtrates Helmut Strobl. "Aber wir glauben, das wir uns mit der Familie Polz noch einigen können."

Generaldirektor Kogler bedauert zwar den Mehraufwand für die Polizei, falls Lücken entstehen. "Aber das bedeutet nicht weniger Sicherheit." Dann würden eben Beamte patrouillieren und Wärmebildkameras verwendet. Die Zaunhöhe von 2,5 Meter sei durchaus ein Hindernis und nicht so leicht überwindbar, versichert Reich. "Das ist ein spezieller Zaun, der gibt nach."

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