Chronik | Österreich
18.12.2017

Die Jagd als Milliardengeschäft

Neue Dachmarke "Jagd Österreich" antwortet mit Imagepolitur auf Angriffe militanter Tierschützer.

Die Jagd in Österreich muss mehr um ihr Image kämpfen denn je. Denn Tierschützer machen in Kampagnen ihren Unmut gegen die Jagd Luft. Einige Initiativen fordern ein generelles Jagdverbot ein. Auf diese Umstände haben die neun österreichischen Landesjagdverbände mit der Gründung des Dachverbandes "Jagd Österreich" reagiert.

Als eine der ersten Aktivitäten der Dachmarke wurde die wirtschaftliche Bedeutung der Jagd in Form einer Studie präsentiert. "Alle Aktivitäten rund um die Jagd in einem Land lassen sich volkswirtschaftlich berechnen. Es gibt einen extrem hohen Wertschöpfungsfaktor in Österreich", sagt der Vorsitzende des Dachverbandes, Tirols Landesjägermeister Anton Larcher.

Laut dem pensionierten Universitätsprofessor für Volkswirtschaft und Studienautor, Friedrich Schneider, lag die Wertschöpfung der Jagd zuletzt pro Jahr bei 731 Millionen Euro am regionalen Bruttoinlandsprodukt. Dazu wurden Faktoren wie die Kosten für die Jagdpacht, Abschussgebühren, das Wildbret, Gehälter von Berufsjägern, oder Aufwände für Jagdwaffen, Munition und Jagdbekleidung herangezogen.

Ehrenamtlich

"Zu diesen volkswirtschaftlich relevanten Zahlen müssen wir noch die unbezahlten beziehungsweise ehrenamtlichen Stunden der 170.000 Jägerinnen und Jäger hinzurechnen", sagte Larcher. Interne Schätzungen gehen von etwa 10,6 Millionen Stunden pro Jahr aus. Das entspricht der Leistung von etwa 5300 Berufsjägern oder rund 240 Millionen Euro. Zusammen gezählt kratzt die Wirtschaftsleistung der Jagd damit bereits an der Milliardengrenze.

Arbeitsplätze

Schneiders Studie zur Folge konnten in den vergangenen zehn Jahren durch die Jagd 58.872 Arbeitsplätze geschaffen und erhalten werden. Darüber hinaus wurden im selben Zeitraum 1,4 Milliarden Euro an indirekten und 1,2 Milliarden Euro an direkten Steuern und Sozialabgaben geleistet. "Der Staat und damit indirekt die Gesellschaft profitieren in mehrere Hinsicht von dem Bestand beziehungsweise der Existenz der Jagdwirtschaft am Standort Österreich", erklärt Schneider.

Anton Larcher sieht aber noch große Herausforderungen auf die Funktionäre in den Verbänden zukommen: "Die Österreicher verstehen immer weniger von der Natur und dem Wald. Es ist unsere Aufgabe, hier Aufklärungsarbeit zu leisten." Wenn jemand Fleisch isst, dann sei die Jagd die ethisch vertretbarste Entnahme von Tieren. "Sie leben in freier Wildbahn, ernähren sich natürlich ohne dem Zusatz von Medikamenten und in 99 Prozent aller Fälle bekommen sie den Schuss nicht einmal mit", sagt Larcher.