Chronik | Österreich
31.07.2017

Die heißeste Woche des Jahres steht bevor

Juli 2017 war unter den 20 wärmsten der Messgeschichte. Auch der August beginnt heiß: Bis zu 38 Grad Celsius möglich. Hersteller freuen sich über große Absatzmengen bei alkoholfreiem Bier.

Es könnte laut Wetterdienst UBIMET die heißeste Woche des Jahres werden: Die Tageshöchstwerte erreichen verbreitet 29 bis 36 Grad, ab Dienstag sind in den heißesten Regionen aber sogar Spitzen von bis zu 38 Grad zu erwarten. Verursacher für die Hitze ist ein kräftiges Tief über den Britischen Inseln, dass heiße Luft aus Nordafrika zu uns schaufelt. Dazu scheint verbreitet die Sonne, einzig im Bergland sowie im Westen ist die Gewittergefahr mitunter erhöht. Aus heutiger Sicht ist ein Ende der großen Hitze noch nicht absehbar.

Nahezu perfektes Badewetter gibt es dann auch am Dienstag. Die Temperaturen erreichen beachtliche 31 bis 38 Grad und dazu scheint oft die Sonne. Die höchsten Werte sind aus heutiger Sicht zwischen der Stadt Salzburg und dem Neusiedler See zu erwarten.

Die Wochenmitte bringt aus heutiger Sicht besonders im Bergland vorübergehend mehr Gewitter, dennoch bleibt es vor allem im Osten und Süden sehr heiß mit Werten über der 35- Grad-Marke. Extreme Hitze kündigt sich aber wieder am Freitag und Samstag an, dann sind gebietsweise sogar bis zu 39 Grad nicht ausgeschlossen.

Hot in the City

Sehr warm verlaufen auch wieder die Nächte: In den großen Ballungsräumen, etwa im Raum Wien, Graz und Linz sowie allgemein in den flachen Regionen werden die Tiefstwerte selbst nachts kaum noch unter 20 Grad sinken. „In der Wiener Innenstadt gehen die Temperaturen in der zweiten Wochenhälfte teils kaum noch unter 25 Grad zurück“, sagt UBIMET-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. "Lüften wird dann wieder zunehmend zur Herausforderung."

Die Berge bieten in dieser Woche ebenfalls nur wenig Erfrischung, selbst am Gipfel des 3.798 m hohen Großglockners hat es tagsüber rund 5 Grad. Auf den heimischen Gletschern geht dadurch die rasante Schmelze weiter. In den tiefer gelegenen Regionen wird Wandern bei bis zu 25 Grad in 2.000 m jedenfalls zu einer schweißtreibenden Angelegenheit.

Ein Ende der großen Hitze zeichnet sich zunächst nicht ab.

Wetterprognosen auf KURIER.at

Juli 2017: Hagel in Wien, Tornado bei Schwechat

Der heurige Juli lag um ein Grad Celsius über dem vieljährigen Mittel, er zählt damit zu den 20 wärmsten der Messgeschichte. Österreichweit war er um zehn Prozent nasser als im Mittel. Die Sonnenscheindauer erwies sich mit einem Plus von fünf Prozent als etwas länger. Das ergab die am Freitag veröffentlichte vorläufige Monatsbilanz der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik).

Die höchste Temperatur des vergangenen Monats wurde mit 35,8 Grad am 20. Juli im niederösterreichischen Wolkersdorf gemessen. Gemeinsam mit den 35,8 Grad am 22. Juni in Krems war dies auch die bisher höchste Temperatur des Jahres. Sie wird gemäß der ZAMG-Prognose mit großer Wahrscheinlichkeit allerdings bereits in den ersten Augusttagen übertroffen. Der kühlste Ort war auf dem Brunnenkogel in Tirol, wo es auf einer Höhe von 3.437 Metern am 16. Juli minus 7,8 Grad hatte.

Die Regenmengen waren in diesem Juli extrem unterschiedlich verteilt. Vereinzelt regnete es sogar doppelt so viel wie in einem durchschnittlichen Juli. Deutlich trockener als im Mittel war der Monat dagegen unter anderem in den südlichen Regionen von Kärnten, der Steiermark und des Burgenlands (25 bis 67 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel).

Zwei Hitzewellen haben zum überdurchschnittlich warmen Juli beigetragen. Die erste dauerte etwa acht Tage und hatte ihren Höhepunkt um den 9. Juli. Das Monatsende war in weiterer Folge der Start einer weiteren Hitzewelle, die bis in den August hineinreichen wird. Der Beginn und die Mitte des Monats brachten weitgehend ausgeglichene Temperaturen mit einem Kaltlufteinbruch um den 23. Juli.

Mit diesem gelangten auch große Regenmengen nach Österreich, welche die von Trockenheit geplagten Regionen in Ober- und Niederösterreich aufatmen ließen. Im Flächenmittel fiel in Österreich um 14 Prozent mehr Niederschlag als in einem durchschnittlichen Juli.

Schwere Unwetter sorgten in einigen Teilen Österreichs für erhebliche Schäden. Am 10. Juli gab es im Zuge eines heftigen Gewitters kräftige Hagelschauer südlich von Wien, in den südlichen Bezirken von Wien sowie im Bezirk Gänserndorf. Bei Schwechat bildete sich in weiterer Folge ein Tornado der Stärke F1 (Windspitzen zwischen 118 und 180 km/h).

Alkoholfreies Bier

Je höher die Temperatur, desto begehrter sind alkoholfreie Biere sowie Mischbiere. "Ab 30 Grad geht der Trend hin zu alkoholfrei und/oder Leichtbier", so Gabriela Maria Straka, Sprecherin der Brau Union. Und auch Stiegl-Chefbraumeister Christian Pöpperl bestätigt: "Dieses Segment ist zwar noch relativ klein, gewinnt aber immer mehr an Bedeutung." Wobei alkoholfreie Biere gerade mal drei Prozent des Umsatzes bei der Brau Union ausmachen.

Sowohl Marktführer Brau Union (Gösser, Puntigamer, Schwechater, Kaiser, ...) als auch Stiegl jubeln jedenfalls über den Rekord-Juli.