Chronik | Österreich
23.02.2018

Der Frost hat Österreich fest im Griff

Es wird kälter als im nördlichen Grönland. Viele Seen sollten nächste Woche zufrieren.

Meteorologisch gesehen beginnt kommenden Donnerstag der Frühling. In Österreich wird davon aber noch lange nichts zu spüren sein: Die Sibirische Kälte kommt. Vermutlich wird man in Wien nächste Woche heuer zum ersten Mal auf der Alten Donau Eislaufen können.

Während Tiefstwerte in Österreich von bis zu minus 25 Grad erwartet werden, hat es derzeit im Norden Grönlands fast schon angenehme plus zwei Grad, erklärt Florian Pfurtscheller von UBIMET. "Die warme Luft steigt in den Norden, die kalte kommt zu uns in den Süden. Das ist außergewöhnlich", sagt der Meteorologe. Bei dieser Kälte friert vermutlich auch die Alte Donau in Wien zu. "Ob das Eis jedoch dick genug sein wird, um darauf eislaufen zu können, kann man nicht sagen", warnt Pfurtscheller. Also lieber auf Naturseen wie den Neusiedler See ausweichen: "Dort ist wahrscheinlich ab Donnerstag das Eis dick genug."

Außergewöhnlich für Ende Februar ist auch der starke Schneefall, der das Land fest im Griff hat. In der Steiermark etwa mussten am Donnerstag 98 Feuerwehren mit knapp 700 Einsatzkräften wegen abgerutschter oder hängen gebliebener Fahrzeuge ausrücken. Stark betroffen waren die Bezirke Deutschlandsberg, Leibnitz, Feldbach und Graz-Umgebung sowie die Südautobahn (A2). Insgesamt gab es 102 Unfälle, die meisten gingen glimpflich aus.

Keine Kälterekorde

Der österreichische Kälterekord sollte aber nicht in Gefahr sein. Der liegt bei minus 36,6 Grad, gemessen am 11. Februar 1929 im niederösterreichischen Zwettl. Zum Vergleich: Den wärmsten Februartag gab es am 22. Februar 2016 mit 23,2 Grad, ebenfalls in Niederösterreich, und zwar in Pottschach (Bezirk Neunkirchen). Den letzten massiven Kälteeinbruch, der Ende Februar den Großteil Österreichs betroffen hat, gab es übrigens 2011, sowie in den Jahren 2005, 1996, 1993 und 1986.

Autofahrerclubs warnen, noch schnell altersschwache Autobatterien zu überprüfen. Zudem wird geraten, das Auto – wenn möglich – in einer Garage abzustellen. Wer keinen Garagenplatz zur Verfügung hat, sollte wenigstens eine Decke über die Windschutzscheibe legen. In der Steiermark mussten 700 Einsatzkräfte am Donnerstag ausrücken, um liegengebliebene Autos zu bergen.

Sport im Winter ist zwar gesund, Läufer sollten aber bei diesen Temperaturen ihr Training unterbrechen. Zeigt das Thermometer weniger als minus zehn Grad, leidet die Durchblutung von Sehnen, Bändern und Gelenken, warnen Mediziner.

Kältetelefon

Obdachlose Personen leiden an der extremen Kälte noch mehr als sonst. Hilfe kann in Wien beispielsweise beim Kältetelefon 01/480 45 53 gerufen werden.

Vikunja-Jungtier

Einzig und allein dem Vikunja-Jungtier im Tiergarten Schönbrunn scheinen die kalten Temperaturen nichts auszumachen. Am Samstag hat „Sandor“ das Licht der Welt erblickt. Vikunjas sind die kleinste Kamelart. Sie leben in den südamerikanischen Anden in Höhen von bis zu 5500 Metern und sind deswegen sehr Kälte resistent. Falls es aber einmal doch zu kalt wird, ist für das Jungtier die Mutter der beste „Heizkörper“.

Zur Wetterseite auf KURIER.at