Dauerparkplatz für Pendler soll in der Stadt Salzburg 700 Euro kosten

Objekt: Imbergstraße in der Stadt Salzburg, Verkeh…
Foto: KURIER/Walter Schweinöster Der anhaltende Stau in der Stadt Salzburg zwingt die Politik zu Maßnahmen

Der Bürgermeister und der Verkehrsstadtrat wollen Geld von den Autofahrern und ihren Umstieg auf die Öffis.

Die Verantwortlichen in der Stadt Salzburg wälzen offenbar neue Pläne für die künftige Bewirtschaftung der Parkflächen. Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) und Johann Padutsch (grüne Bürgerliste) wollen nun nämlich doch nicht die Kurzparkzonen erweitern, sondern möglichst noch ab dem Jahr 2018 eine "Dauerparkzone" über das gesamte Stadtgebiet legen, berichten die Salzburger Nachrichten.

Die Stadtpolitiker denken demnach darüber nach, Pendler wesentlich empfindlicher zur Kasse zu bitten. Nach den Vorstellungen der beiden sollen jährlich 700 Euro für einen Parkplatz auf öffentlichem Grund anfallen. Die Überlegung dahinter: So sollen möglichst viele der rund 60.000 Pendler, die täglich mit dem Auto zu ihrem Arbeitsplatz in die Stadt fahren, zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel gebracht werden.

Wer durch Salzburgs Kurzparkzonen spaziert und mit Autofahrern aus dem Umland ins Gespräch kommt, der hört schnell einmal von einer "Katastrophe" oder der bescheidenen Parksituation. Jürgen Kühnel sieht das wesentlich gelassener. Er zeigt Verständnis für den jüngsten Vorstoß von Schaden und Padutsch. "Ich wohne in Bergheim und erlebe da selber jeden Tag mit, wie viele Pendler in die Stadt fahren. Dann staut es bis Anthering", sagt der Pensionist, als er gerade seine Frau in der Stadt abholt. Er kann einer empfindlichen Parkgebühr durchaus etwas abgewinnen. "Von Monat zu Monat nimmt der Verkehr zu, hat man den Eindruck. Da verstehe ich schon die Stadt, dass man das unattraktiv machen will – mit allen Mitteln", meint Kühnel. Man solle dem öffentlichen Verkehr den Vorrang einräumen.

Autofahrerclubs empört

Dem widersprechen die Interessenvertreter der Autofahrer gar nicht. Nur: Zum jetzigen Zeitpunkt seien die Öffis zu unattraktiv, heißt es. "So lange nicht der öffentliche Verkehr dementsprechend ausgebaut wird, ist das für uns sicherlich nicht denkbar", sagt Kurt Friedl von der Pendlerinitiative Salzburg. Er will sich über Ostern mit anderen Interessenvertretern beraten und eine Stellungnahme an die Politik verfassen. "Auf diese Art und Weise kann man die Leute nicht vor den Kopf stoßen", meint Friedl, der bereits laut über mögliche Protestaktionen nachdenkt.

Kurt Friedl, Obmann der Salzburger Pendlerinitiati… Foto: Pendlerinitiative Kurt Friedl von der Pendlerinitiative Salzburg Ähnliches war am Dienstag von den beiden großen Autofahrerclubs zu hören. Von einer "Geldbeschaffungsaktion" spricht Aloisia Gurtner vom ÖAMTC Salzburg. "Die Stadt erreicht damit nur, dass sie bei Bewohnern und Pendlern kassiert." Letztere seien unzufrieden damit, in welche Richtung die Diskussion derzeit laufe. Der ÖAMTC fordere ein Kombiticket für einen Stellplatz und den öffentlichen Verkehr. "Die Schmerzgrenze liegt zwischen 500 und 600 Euro", sagt Gurtner.

Auch beim ARBÖ ist man über die Pläne verärgert. "Damit löst man keine Problem", kritisiert Präsident Manfred Gruber. Er fordert einen Ausbau der Park-and-Ride-Stellplätze, vor allem entlang der Salzburger Lokalbahn. "Außerdem müsste man die O-Busse über die Stadt hinaus in die Umlandgemeinden ziehen", fordert Gruber.

Dagegen haben sich bisher allerdings mehrere Bürgermeister quergelegt. Nur mit der Marktgemeinde Grödig im Süden der Stadt gibt es eine Einigung. Dorthin soll ab Mitte 2018 die O-Bus-Linie 5 führen.

(kurier) Erstellt am
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