Bei der Sonnenscheindauer wurde in diesem Winter österreichweit ein kleines Defizit von fünf Prozent verzeichnet. Der sonnenärmste Ort war in diesem Winter St. Andrä im Lavanttal mit einem Defizit von 50 Prozent und 135 Sonnenstunden. Auch in den beiden Landeshauptstädten Graz und Klagenfurt gab es mit 220 bzw. 145 Stunden um 30 bzw. 50 Prozent weniger Sonnenschein. Bild: Die Kapelle Ammenegg am Bödele bei Dornbirn im November

© APA/BARBARA GINDL

Nach Sturm und Schnee
10/23/2014

Das Wetter wird wieder freundlicher

Am Wochenende zeigt sich sogar mancherorts wieder die Sonne

Der Westen Österreichs erhielt am Donnerstag einen kräftigen Gruß vom Winter. „Vom Bregenzerwald bis zum Dachstein sind ein halber bis zu eineinhalb Meter Neuschnee gefallen“, sagt Clemens Teutsch-Zumtobel vom Wetterdienst Ubimet. Die Schneemassen haben unter anderem die Arlbergbahnstrecke lahmgelegt. In Tirol ließ der Wintereinbruch zwischenzeitlich die Stromversorgung von bis zu 4300 Haushalten zusammenbrechen. Freitagfrüh waren noch 470 Haushalte ohne Strom.

Betroffen waren laut Tinetz AG vor allem das Tiroler Unterland ab dem Zillertal sowie das Defereggental in Osttirol. Die Reparaturarbeiten mussten Donnerstagabend unter anderem wegen Gefährdung der Mitarbeiter durch mögliche weitere umstürzende Bäume abgebrochen werden.

Zudem könnten einige Gebiete, etwa im Defereggental, aufgrund der Lawinengefahr derzeit nicht erreicht werden, erklärte Klaus Schüller von der Tinetz AG. Ziel sei es aber, im Laufe des Freitags alle Haushalte in Tirol wieder mit Strom versorgen zu können.

Während in höheren Lagen Westösterreichs der Schnee für Probleme sorgte, fiel der Niederschlag in Teilen Salzburgs und Oberösterreichs als heftiger Regen und sorgte für Überflutungen.

Jede Menge Arbeit bedeutet die Schneepracht auch für die Pistenarbeiter in Sölden, wo am Samstag die alpine Ski-Weltcupsaison beginnt. Die Rennen sind nicht gefährdet. „Wenn das Wetter schön wird, haben wir eine Kulisse wie beim Christkind bestellt“, sagt Söldens Tourismuschef Jack Falkner erfreut.

Wintermärchen

Das erhoffte Traumpanorama dürfte sich einstellen. Heute, Freitag, soll sich die Wettersituation beruhigen. Im Westen lockern die Wolken auf, ebenso im Süden. Sonst ist es zunächst stark bewölkt und es regnet vor allem entlang der Alpennordseite noch etwas. Die Schneefallgrenze steigt langsam auf 1200 bis 1500 Meter. Am Nachmittag lockern die Wolken dann auch von Norden her regional auf. Der Wind weht nur mehr schwach bis mäßig, im Osten und Südosten bleibt er lebhaft. Die Temperaturen klettern langsam wieder auf 8 bis 15 Grad.

„Am Wochenende wird es dann von Vorarlberg bis Oberösterreich recht freundlich und im Gebirge sonnig“, verspricht Ubimet-Meteorologe Teutsch-Zumtobel. Im Osten und Südosten halten sich Wolken und Nebel am Samstag allerdings mitunter hartnäckig bis in den Nachmittag hinein. Etwas Sonnenschein sollte sich aber dennoch nahezu überall ausgehen. Der Wind weht nur noch schwach, Tageshöchsttemperaturen: 8 bis 14 Grad.

Ein ähnliches Bild dann am Sonntag: Während der Feiertag in den Niederungen voraussichtlich mit Nebel oder Hochnebel beginnt, wird es auf den Bergen strahlend sonnig. Tagsüber soll sich aber verbreitet recht sonniges Wetter durchsetzen mit bis zu 15 Grad. Länger trüb kann es im Osten und Südosten sowie im Donautal bleiben, dementsprechend bleibt es hier dann auch kälter (8 Grad).

Die neue Arbeitswoche beginnt am Montag dann - wieder einmal - mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen bis 17 Grad.

Der Sturm in der Nacht auf Mittwoch hatte österreichweit für massive Schäden gesorgt. So grenzt es an ein Wunder, dass in Möllersdorf, einem Stadtteil von Traiskirchen (NÖ), niemand zu Schaden kam. Denn wegen einer heftigen Böe stand justament das Laufhaus Baden am Mittwoch gegen zwei Uhr früh, plötzlich oben ohne Dach da.

"Auf einmal hat es einen Klescher gemacht, der uns alle aus dem Schlaf gerissen hat", erzählte Ines Ertel die dramatischen Minuten. Das abgerissene Dach wurde vom Sturm über die Bundesstraße 17 und die Geleise der Badner Bahn geschleudert, bis es schließlich in die Wohnhausanlage krachte, in der Familie Ertl mit dem zweijährigen Sohn lebt. "Ich hab’ den Kleinen geschnappt und bin mit ihm ins Wohnzimmer gerannt." Am Haus entstand erheblicher Sachschaden, auch mehrere Autos wurden durch Dachteile demoliert – darunter auch der Oldtimer der Familie Ertel.

Obdachlose Familie

Schlimmer traf es die Familie Bislimy in Viehhofen, Bezirk Zell am See. Sadeg Bislimy saß Dienstag um 22.30 Uhr vor dem Fernseher, als der Sturm über sein Haus zog: "Plötzlich hat es fürchterlich gekracht. Als meine Frau und ich ins Freie gingen, haben wir gesehen, dass das ganze Dach weg war." Das Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert muss wegen der Schäden jetzt abgerissen werden. Übergangsweise kam die dreiköpfige Familie in einem Seniorenheim in Saalfelden unter. "Sie wurden von einer Minute auf die andere obdachlos. Wir helfen zusammen, damit sie wieder ein schönes Zuhause haben", versprach Bürgermeister Reinhard Breitfuss.

Die Sturmnacht sorgte auch in Ostösterreich für ein morgendliches Verkehrschaos. Denn Böen knickten auf der Südautobahn bei der Wiener Stadteinfahrt mehrere Beleuchtungskörper. Eine Fahrspur wurde gesperrt. Der 16 Kilometer lange Stau reichte von Wien bis Traiskirchen. Und wegen umgestürzter Bäume kam es im südlichen NÖ zu Verspätungen auf der West- und der Schnellbahn.

Noch mehr zu den Schäden in den Bundesländern lesen Sie hier.

Entwarnung geben die Meteorologen ab Freitag. Und zum Wochenende verwöhnt bei maximal 15 Grad regional sogar die Sonne.

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