Chronik | Österreich
30.11.2017

Das war der kühlste November seit zehn Jahren

Nur 0,2 Grad über dem vieljährigen Mittel - Sonnenscheindauer und Niederschläge durchschnittlich.

Der diesjährige November war der kühlste seit zehn Jahren. In Sachen Temperatur lag er nur 0,2 Grad über dem vieljährigen Mittel, das sich auf die Klimaperiode von 1981 bis 2010 bezieht. Das teilte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Donnerstag mit. Insgesamt war der November 2017 größtenteils sehr durchschnittlich.

Die Sonnenscheindauer (neun Prozent unter dem Mittel) und der Niederschlag (zehn Prozent über dem Mittel) lagen im Bereich der normalen statistischen Schwankungen. Die Temperatur erreichte mit einer Abweichung von nur plus 0,2 Grad ziemlich genau das 30-jährige Klimamittel.

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"Dass der November so 'normal' ausfiel, ist aufgrund der vielen sehr milden Monate der letzten Jahre fast schon wieder ungewöhnlich", sagte Alexander Orlik von der ZAMG. "Der letzte deutlich zu kühle November war 2007 mit 1,6 Grad unter dem Mittel. In den Jahren 2013 und 2016 war die Novembertemperatur ähnlich wie heuer."

"Normale Schneeverhältnisse"

Der November 2017 war auch einer der wenigen November der vergangenen Jahre, in dem laut ZAMG zumindest in den höheren Lagen des Berglandes größtenteils normale Schneeverhältnisse zu finden waren. Stellenweise gab es sogar mehr Schnee als in einem durchschnittlichen November, wie zum Beispiel in Ramsau/Dachstein in der Steiermark mit einer Neuschneesumme von knapp 100 Zentimetern (Mittelwert 62 cm), in Krimml in Salzburg mit 77 Zentimetern (Mittel 31 cm) und in Bad Bleiberg in Kärnten mit einer Neuschneesumme von 41 Zentimetern (Mittel 27 cm).

Die höchste Temperatur des vergangenen Monats wurde in Weyer in Oberösterreich gemessen: 19,3 Grad am 5. November. Die tiefste Temperatur des Monats wurde an der höchstgelegenen Wetterstation der ZAMG registriert: -21,9 Grad am Hinteren Brunnenkogel am Pitztaler Gletscher in 3.437 Metern Seehöhe am 27. November. Kältepol unter 1.000 Meter Seehöhe war Schoppernau in Vorarlberg mit -10,8 Grad am 16. November. Die meisten Sonnenstunden des Monats verzeichnete ebenfalls der Brunnenkogel mit 118 Stunden Sonnenschein.

Der nasseste Ort des Monats war Alberschwende in Vorarlberg mit 238 Millimetern Niederschlag. Der trockenste Ort war Langenlebarn in Niederösterreich mit nur 18 Millimeter Niederschlag.

Winterliche Verhältnisse

Der November geht in vielen Regionen winterlich zu Ende. Eine geschlossene Schneedecke in fast ganz Österreich kommt zu dieser Jahreszeit statistisch gesehen etwa alle fünf Jahre vor. Zehn Zentimeter Schnee lagen am Donnerstag in der Früh beispielsweise in Klagenfurt, fünf Zentimeter auf der Hohen Warte in Wien, vier Zentimeter in Salzburg, drei in Innsbruck und Eisenstadt und in Graz waren es zwei Zentimeter Neuschnee.

Die vorläufige Klimabilanz zum Monatsende basiert auf der ersten Auswertung der rund 270 Wetterstationen der ZAMG sowie auf der räumlichen Klimaanalyse an 84.000 Datenpunkten in Österreich. Die Daten der Wetterstationen reichen zum Teil bis ins 18. Jahrhundert zurück. Sie sind flächendeckend bis ins Jahr 1961 verfügbar.