Chronik | Österreich
13.12.2017

Danach googelten die Österreicher 2017

Was bewegte die Österreicher 2017? Die Google-Suchtrends geben Aufschluss und bergen einige Überraschungen.

Auch heuer veröffentlichte der Suchmaschinen-Riese Google wieder eine Auswertung der am öftesten gesuchten Begriffe des Jahres. Entgegen der oft angenommenen Politikverdrossenheit war es gerade ein politisches Ereignis, welches die Österreicher dieses Jahr besonders beschäftige.

Die im Oktober geschlagene Nationalratswahl ist der Google-Suchbegriff des Jahres 2017 in Österreich. Auch bei den Schlagzeilen lag sie an der Spitze, gefolgt vom schon wieder in der Versenkung verschwundenen Spielzeug Fidget Spinner und Hurrikan Irma, sagte Wolfgang Fasching-Kapfenberger, Sprecher von Google Austria, am Mittwoch in Wien.

Top-10 zwischen iPhone und Terror

Für den Jahresrückblick wurden die am stärksten steigenden Anfragen ("trending terms") in mehreren Kategorien ausgewertet. Unter den Top-10-Suchbegriffen folgten hinter der NR-Wahl das iPhone 8 und das Donauinselfest. ÖVP-Chef Sebastian Kurz landete als einziger heimischer Politiker in den meistgesuchten Zehn auf Platz acht, hinter dem 1998 verstorbenen Popstar Falco und vor der steirischen Gemeinde Stiwoll, die Ende Oktober Schauplatz eines Doppelmordes war.

Bei den Schlagzeilen findet sich schon auf Platz vier die Anfrage zum Bitcoin-Kurs. "Das Thema hat die breite Masse erreicht", schlussfolgerte Fasching-Kapfenberger. Dahinter folgten "Katalonien Unabhängigkeit", "Nordkorea Konflikt", "Manchester Attentat", "Las Vegas Attentat", "Wahl Deutschland" und "G20 Gipfel". Konkrete Zahlen, wie häufig ein Begriff abgerufen wurde oder in welchem Ausmaß er zulegte, werden von Google nicht veröffentlicht.

Trends im Zeichen von #MeToo

Die "Aufreger-Promis" in Österreich waren gemäß der Auswertung US-Präsident Donald Trump, gefolgt vom ehemaligen Grün-Politiker Peter Pilz, der heimischen Schauspielerin Nina Proll, Hollywoodstar Kevin Spacey, dem im Oktober bei einem Autounfall verletzten Musiker Bernhard Speer, US-First Lady Melania Trump, Harvey Weinstein, Tal Silberstein, Pippa Middleton und die Ex-Sprecherin der jungen Grünen, Flora Petrik. Unter diesen "Leuten, die für kontroversielle Diskussionen gesorgt haben", so Fasching-Kapfenberger, "findet sich auf den Plätzen zwei, drei, vier und sieben die #MeToo-Debatte in Österreich wieder".

Bei den heimischen Prominenten landete Kinderbuchautor Thomas Brezina an der Spitze, dahinter Song-Contest-Teilnehmer Nathan Trent und Skirennläuferin Nicole Schmidhofer. Die Kategorie "Menschen, die wir vermissen werden", führt der im Juli aus dem Leben geschiedene Linkin-Park-Sänger Chester Bennington an, gefolgt von der im Februar an Krebs verstorbenen Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) und der im März verstorbenen Schauspielerin Christine Kaufmann.

Die Österreicher nutzten Google aber auch gern für Fragen des Alltags. "Was koche ich morgen?" beschäftigte viele, ebenso wie die Antworten auf "Wie wird das Wetter heute?", "Was ist G20" und "Abnehmen, aber wie?".

Zum Vergleich: In Deutschland wurde WM Auslosung als Begriff des Jahres vorgestellt. Dahinter lagen Bundestagswahl, Wahlomat, iPhone 8 und Dschungelcamp.