Ein Chip dient als Türöffner

© KURIER/Patrick Wammerl

Zutrittsregelung
06/15/2016

Chipkarte im Gemeindebau

Digitales Chipkartensystem statt Postschlüssel sorgt für mehr Sicherheit.

von Patrick Wammerl

Der Gemeindebau in Österreich gilt als Schmelztiegel, wo es auch Probleme gibt. In Wiener Neustadt (NÖ) lässt die Stadt daher in ihren Gemeindebauten nicht nur einen privaten Sicherheitsdienst patrouillieren. Um vor allem das Problem mit Einbrüchen und Diebstählen in den Griff zu bekommen, gibt es in einer Wohnsiedlung ein digitales Zutrittssystem, das den bekannten "Postschlüssel" ersetzt hat.

Zutrittskontrolle

Zusteller, Lieferanten, Baufirmen oder Reinigungskräfte erhalten nur noch über eine registrierte Chipkarte Zutritt zu den Wohnhausanlagen. Im Anlassfall kann man jetzt exakt auslesen, wer sich tatsächlich zu welchem Zeitpunkt in einem der Gebäude aufgehalten hat.

Die 2400 Gemeindewohnungen in Wiener Neustadt werden von der Wohnbau-Genossenschaft Wien-Süd verwaltet. " Es waren im Laufe der Jahre so viele Postschlüssel im Umlauf, dass viel zu viele Personen sich Zutritt zu den Häusern verschaffen konnten", sagt Sicherheitsstadtrat Michael Schnedlitz (FPÖ). Nachdem die Zahl der Kellereinbrüche und Diebstähle in manchen dieser Wohnhausanlagen stark zugenommen hat, wurden als Pilotprojekt die 27 Stiegen der Ferdinand-Porsche-Siedlung auf das digitale Zutrittssystem umgestellt. Mit einem, laut Schnedlitz, sehr positiven Ergebnis: "Es sind keine Diebstähle mehr angezeigt worden."

"Das Kartensystem ist extrem fälschungssicher. Wenn im Haus doch etwas passieren sollte, kann man aus diesem Gerät genau auslesen, wer sich zuletzt Zutritt verschafft hat", sagt Thomas Frantsich von der Wien-Süd. Die Bewohner selbst spüren von der Umstellung nichts, sie sperren weiterhin mit ihrem Schlüssel auf. Die Umbaukosten von etwa 360 Euro pro Stiege trägt übrigens der Eigentümer und nicht die Mieter.

Zu teuer für Wien

Eine flächendeckende Umstellung auf ein digitales Zutrittssystem würde in Wien bei 220.000 Gemeindewohnungen den Rahmen sprengen, heißt es bei Wiener Wohnen. Das System habe nämlich gerade bei großen Nutzergruppen Nachteile.

"Wir müssen auch auf die individuellen Bedürfnisse unserer vielen Mieter Rücksicht nehmen. Es gibt Heimhilfen, Pflegepersonal, Essen auf Rädern und vieles mehr, wo man den Zutritt ermöglichen muss", sagt Sprecherin Renate Billeth.

Bei rund 5800 Waschküchen in den Wiener Gemeindebauten erfolgt der Zutritt allerdings bereits mit einem Chipkartensystem.

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