Claudia Koroschetz klagt gegen ihre befristete Anstellung.

© /Stadtgemeinde Klagenfurt

Causa Koroschetz
10/29/2014

Folgekosten in Millionenhöhe befürchtet

Klagenfurt. Stadt will Reißleine ziehen. Gewerkschaft unterstützt Ex-Magistratsdirektorin.

von Thomas Martinz

Im Fall der ehemaligen Magistratsdirektorin Claudia Koroschetz versucht die Stadt Klagenfurt nun, den Schaden zu beziffern und weitere Kosten zu vermeiden. Die ÖVP befürchtet, dass die Causa – wie in Teilen der Ausgabe berichtet – , in der von falschen Überstundenabrechnungen, Zuerkennung von Zulagen, grober Fahrlässigkeit und Eigenmächtigkeiten die Rede ist, dem Steuerzahler unterm Strich rund 1,5 Millionen Euro kosten könnte.

Die ÖVP hat im Gemeinderat die Prüfung durch das Kontrollamt erwirkt. Den Antrag, der vor allem gegen Wolfgang Germ (FPÖ) gerichtet war, musste pikanterweise dieser als Vizebürgermeister selbst verlesen, da Bürgermeister Christian Scheider (FPÖ) nicht anwesend war. Germ wird vorgeworfen, als Personalreferent seine Kontrollfunktion bei den Personalkosten nicht wahrgenommen zu haben. "Ich schätze, dass sich die Sache inklusive Personal-, Gerichtskosten und Doppelfinanzierungen mit 1,5 Millionen Euro zu Buche schlagen wird", befürchtet VP-Stadtparteiobmann Peter Steinkellner. Indes versucht man die Reißleine zu ziehen, um Folgekosten zu vermeiden. Nach wie vor ist ja ein Prozess anhängig, in dem Koroschetz ihre auf drei Jahre befristete Anstellung als Direktorin als nicht rechtmäßig erachtet. Vor dem Oberlandesgericht Graz verlor sie, nun ist der Oberste Gerichtshof am Zug.

Vorsichtsmaßnahme

"Als Vorsichtsmaßnahme habe ich der Stadt empfohlen, einen Präventivbeschluss des Gemeinderats auf Abberufung von Koroschetz als Magistratsdirektorin zu veranlassen", teilt Arbeitsrechtler Norbert Moser dem KURIER mit. "Sollte Koroschetz vor dem OGH wider erwarten recht bekommen, ist die Stadt aus dem Schneider."

Koroschetz, für die die Unschuldsvermutung gilt, wird bei den Verfahren finanziell von der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten unterstützt. "Wir haben eine Kostenbeteiligung am Ende des Verfahrens vereinbart. Die Gremien werden entscheiden, in welchem Umfang", sagt Gewerkschafts-Landessekretär Manfred Wurzer.

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