Chronik | Österreich
20.07.2017

BZÖ-Chefin will Landespartei ausschließen

Oranger Streit eskaliert: "Trodt-Limpl ist ein Hitzeopfer".

Die Kärntner BZÖ-Landtagsabgeordnete Johanna Trodt-Limpl sagte sich am Donnerstag, wie angekündigt, von den Landes-Orangen los. Sie bleibt allerdings geschäftsführende Bundesobfrau. Und in dieser Funktion will sie die Kärntner Landesgruppe aus der Partei werfen – davon weiß jedoch ihr Bundesvorstand nichts.

Das BZÖ verlor gestern die letzten österreichweit im Landtag verbliebenen Politiker: Trodt-Limpl und Wilhelm Korak nannten die Interessensgemeinschaft in "IG der freien Abgeordneten zum Kärntner Landtag" um und traten aus der Landespartei aus. Auf Bundesebene wurde Trodt-Limpl 2015 zur geschäftsführenden Obfrau bestellt, aber nie bestätigt. Dennoch lässt sie nun verlauten: "Der Bundesvorstand hat mit sofortiger Wirkung den Ausschluss des Kärntner BZÖ beschlossen."

"Geschäftsschädigend"

Generalsekretär Rainer Widmann gehört diesem Vorstand an. "Wir meiden den Kontakt zu den Kärntner Kollegen, weil sie geschäftsschädigend agieren (sie werfen Trodt-Limpl und Korak Förderungsmissbrauch und Urkundenfälschung vor, die Staatsanwaltschaft ermittelt, Anm.), aber es gibt keinen Ausschluss", sagt er. Der Wiener Finanzreferent Alfred Haberl bezeichnete seine Obfrau als " Hitzeopfer". Sie möge sich mit ihrer Forderung ans Salzamt wenden. Florian Heimbucher wird beim Bundes-BZÖ als Trodt-Limpls Stellvertreter geführt und überrascht: "Kein Kommentar, ich bin kürzlich zurückgetreten."

Für Kärntens BZÖ-Landesobmann Helmut Nickel wäre ein Ausschluss statutenwidrig. "Eine per Konvent nie bestätigte Bundesobfrau kann keine Landesgruppe ausschließen", erklärt er.