Chronik | Österreich
31.01.2018

FP-naher Bürgermeister montiert Grünen-Wahlplakat ab

In der Gemeinde dulde man keine Werbung, wird argumentiert. Grüne verweisen auf Landes-Bewilligung.

Der Wahlkampf für den Kärntner Urnengang am 4. März 2018 wird härter: Matthias Krenn, FPÖ-naher Bürgermeister des Wintersportortes Bad Kleinkirchheim (Bezirk Spittal an der Drau) und Bundesobmann der Freiheitlichen Wirtschaft, hat am Montag ein Wahlplakat der Grünen eigenhändig abgebaut. Diese prüfen nun rechtliche Schritte.Krenn, der seit 1997 als Gemeindechef Bad Kleinkirchheims fungiert, beruft sich im Zuge seiner auf Facebook veröffentlichten Aktion auf einen Gemeinderatsbeschluss aus dem Jahr 1991. "Damals wurde in Kleinkirchheim von allen Fraktionen beschlossen, dass wir keine Wahlwerbung mehr dulden. Alle Parteien haben sich seitdem daran gehalten, nur die Grünen jetzt nicht. Wir wurden von der Plakatierfirma sogar noch im Vorfeld kontaktiert und haben das Ersuchen um Plakatwerbung abgelehnt", argumentiert er. Am Montag schritt er mit seinem Bauhofleiter zur Tat und entfernte das Plakat samt Gestell: "Es liegt abholbereit im Bauhof."

Die Grünen schäumen, denn das Sujet, das Spitzenkandidat Rolf Holub zeigt, stand auf Landesgrund neben der B88 – das bestätigen beide Streitparteien. "Und unser Unternehmen hat sowohl ein Okay der Gemeinde, als auch eine Bewilligung des Landes eingeholt", sagt Grünen-Pressesprecherin Elke Galvin. Und: "Wir lassen rechtliche Schritte gegen Krenn prüfen."

"Entgleist"

Christoph Gräfling, der Wahlkampfleiter der Grünen, spricht von einer "eigenwilligen und offenbar für Facebook inszenierten Aktion. Ich bin bestürzt darüber, dass Krenn auf diese Art und Weise entgleist." Der Bürgermeister würde sein politisches Amt zur Schädigung eines politischen Mitbewerbers missbrauchen.