Chronik | Österreich
27.04.2017

Brand in Pizzeria: Pizzabäcker angeklagt

Verzug bei Lohnzahlung ist laut Anklage das Motiv. Der 54-jährige Italiener bekannte sich nicht schuldig.

Am Landesgericht Klagenfurt hat sich am Donnerstag ein 54-jähriger Pizzabäcker wegen versuchter Brandstiftung verantworten müssen. Laut Anklage hatte der Italiener in der Silvesternacht 2016 die Weihnachtsdeko des Lokals im Bezirk Klagenfurt-Land angezündet, weil sein Dienstgeber mit der Lohnzahlung im Verzug gewesen sei. Der Angeklagte war nicht geständig. Ein Urteil wurde für den Abend erwartet.

"Sie sind der einzige ohne Alibi"

"Die Pizzeria war beim Eintreffen der Feuerwehr versperrt. Zehn Personen hatten einen Schlüssel. Sie sind der einzige ohne Alibi", sagte Staatsanwältin Sarah Katschnig. Außerdem habe man am Pullover des Angeklagten Brandspuren gefunden. Der Pizzabäcker stand schon öfter im Verdacht, Brände gelegt zu haben. Meistens ging es dabei um die Lokale, in der er gerade arbeitete, einige davon in Deutschland. Zu einem Prozess war es jedoch nie gekommen, aus Beweisgründen, wie die Staatsanwältin erklärte. Auch das Lokal südlich von Klagenfurt hatte bereits einmal im März 2016 gebrannt. Vier Monate zuvor hatte der 54-Jährige dort zu arbeiten begonnen.

"Der Angeklagte bekennt sich nicht schuldig. Er hat diesen Brand nicht gelegt", erwiderte der Verteidiger. Es gebe keinen handfesten Beweis und die Indizien seien keineswegs so lückenlos, dass es für eine Verurteilung reiche. Der Lohn, der angeblich nicht gezahlt worden sei, sei jener des Dezembers gewesen, der im Nachhinein ausgezahlt werden sollte. "Was soll das für ein Tatmotiv sein?" Der Angeklagte selbst erklärte, er habe den ganzen Abend in einem Lokal gefeiert. Er konnte jedoch nicht alle dortigen Bekannten namhaft machen.

Nach der Befragung des Angeklagten wurde die Verhandlung mit Zeugenvernehmungen fortgesetzt.