Chronik | Österreich
29.01.2018

Karlau-Häftling zündete Zelle an: Sieben Verletzte

Ein Insasse dürfte Bekleidung angezündet haben. Sechs Beamte erlitten Rauchgasvergiftungen.

Ein als schwierig bekannter Häftling der Justizanstalt Graz-Karlau dürfte in der Nacht auf Montag in seiner Zelle ein Feuer entfacht haben. Nach Angaben der Polizei zündete der Mann Bekleidung mit einem Feuerzeug an. Er selbst sowie sechs Beamte mussten ins Spital. Laut Anstaltsleiter Josef Mock handelt es sich um jenen Mann, der bereits im Sommer 2017 ein Loch in die Zellenwand geschabt hatte.

Der Brand wurde gegen 1.10 Uhr bemerkt, weil der 20-jährige Tschetschene klopfte und laut schrie. Sechs Beamte retteten den Häftling aus seiner Zelle und versuchten, die Flammen selbst mit einem Feuerlöscher zu bekämpfen. Die Betriebsfeuerwehr sowie die Berufsfeuerwehr Graz rückten an, um den Brand schließlich zu löschen. Dennoch brannte der Haftraum vollständig aus. Wie hoch der Schaden ausfällt, war am Montag noch nicht genau bekannt.

Ausbrüche geplant

Laut Mock war es nicht der erste Zwischenfall mit dem Insassen. Er habe schon mehrere Sachbeschädigungen verursacht, bedrohte Beamte und plante bereits Haftausbrüche. Im Juli des Vorjahres etwa schabte er mit einem Löffel ein Loch in den Putz der Zellenwand. Was genau in der Nacht auf Montag passiert ist, müsse noch ermittelt werden, aber bisher deute alles darauf hin, dass der 20-Jährige selbst die Flammen verursacht hat, unterstrich Mock. Warum er das tat, wisse man noch nicht.

Montagvormittag war der Tschetschene - er sitzt wegen Vermögensdelikten - wieder zurück im Gefängnis. Er sei nun in einem besonders gesicherten Haftraum untergebracht und werde auch psychologisch betreut. Der 20-Jährige befindet sich seit 2016 in der Karlau und zählt zu jenen Insassen, die schon mehrmals die Anstalten gewechselt haben. Ob er nun abermals in eine andere Justizanstalt kommt, entscheide die Generaldirektion, so Mock.

Weiterer Vorfall

Erst am Samstag war ein anderer Insasse der Karlau ausgerastet und hat fünf Beamte verletzt. Mock bestritt den Inhalt eines den Medien zugespielten E-Mails, demzufolge der Vorfall anders abgelaufen sein soll. Der Anstaltsleiter erklärte, dass es zwar noch Ermittlungen geben werde, aber "es scheint eine sehr korrekte Amtshandlung gewesen zu sein".