Chronik | Österreich
06.07.2017

Bootsunfall am Wörthersee: Todesursache nicht öffentlich

Die Staatsanwaltschaft in Klagenfurt will Obduktionsergebnis erst am Ende der Ermittlungen bekanntgeben.

Nach einem tödlichen Bootsunfall Anfang Juni in Kärnten soll die Todesursache eines 44-jährigen Niederösterreichers vorerst nicht öffentlich gemacht werden. Tina Frimmel-Hesse, Sprecherin der Klagenfurter Staatsanwaltschaft, sagte, man werde das Obduktionsergebnis erst am Ende der Ermittlungen bekanntgeben, wenn der schriftliche Bericht des Sachverständigen vorliegt.

Laut Einschätzung der Sprecherin dürfte es Ende Juli oder Anfang August so weit sein. Es geht vor allem um die Frage, ob das Opfer ertrunken ist oder vom Boot überfahren und dadurch tödlich verletzt wurde. Weiters unbeantwortet bleibt zunächst auch, wie sich die beiden Beschuldigten verantworten. Einem 44-jährigen Lenker aus Niederösterreich, der das Boot betrunken gefahren hatte, und einem 32-jährigen Kärntner, der als Vertreter des Bootseigentümers mit an Bord war, wird fahrlässige Tötung, dem Lenker zusätzlich Gefährdung der körperlichen Sicherheit vorgeworfen. In diesem Fall beträgt die Höchststrafe drei Jahre Haft.

"Für uns ist es ein Motorbootunfall, wie wir jedes Jahr mehrere haben."

Nun wurde die ursprüngliche Frist für das medizinische Gutachten offenbar ausgeweitet. Frimmel-Hesse erläuterte: "Wir warten auf den Polizeibericht, den bekommt dann der Sachverständige." Erst wenn sämtliche Aussagen auf Plausibilität geprüft sind, könne das Gutachten abgeschlossen und sein Ergebnis in der Folge, falls keine weiteren Fragen auftauchen, veröffentlicht werden. Dieses Vorgehen sei das gleiche wie in allen anderen, ähnlich gelagerten Fällen mit tödlichen Unfällen, sagte die Sprecherin. "Für uns ist es ein Motorbootunfall, wie wir jedes Jahr mehrere haben."

Vor exakt einem Monat hieß es, dass mit Ergebnissen in zwei bis drei Wochen zu rechnen sei.

Suchaktion abgebrochen

Als der Mann ins Wasser stürzte, blieb eine sofort eingeleitete Suchaktion erfolglos und musste gegen 19.00 Uhr wegen eines aufziehenden Gewitters abgebrochen werden. Obwohl die Taucher binnen Minuten im Wasser waren, wurde der Mann nicht gefunden. Die Leiche wurde bei einer neuerlichen Suche rund 300 Meter vom Ufer entfernt entdeckt und geborgen.

Laut Wasserrettung seien 100 Einsatzkräfte, darunter mehr als 40 Taucher, an der Suche beteiligt gewesen, die Leiche lag in rund 30 Meter Tiefe. Es handelt sich um einen Unternehmer aus dem Weinviertel in Niederösterreich.