300 Kfz-Teile wurden bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt.

© APA/POLIZEI

Slowenien/Steiermark
10/11/2014

BMW-Bande ausgehoben: 650.000 Euro Schaden

Nach eineinhalb Jahren Ermittlungsarbeit wurden vier Verdächtige ausgeforscht und 32 Straftaten angezeigt.

300 Kfz-Teile, drei gestohlene Motorräder und einen Anhänger stellten Ermittler im Februar bei einer Hausdurchsuchung in Slowenien sicher. Vier slowenische Verdächtige wurden festgenommen. Zwei sitzen wegen gewerbsmäßigen Diebstahls in Graz-Jakomini in Haft, zwei weitere wurden auf freiem Fuß angezeigt. Die hoch professionelle Bande dürfte vier Jahre lang in der Südsteiermark und im Grazer Raum aktiv gewesen sein. Die Verdächtigen sind nicht geständig.

Seit 2008 wurde ein ungewöhnlicher Anstieg bei Diebstählen von Fahrzeugen der Marke BMW bemerkt. Sie wurden entweder aus offenen Garagen oder Carports, aber auch auf Hotelparkplätzen gestohlen. Um an die Original-Autoschlüssel zu kommen, brachen die Täter manchmal auch in Wohnhäuser ein. Die gestohlenen Autos wurden als Ganzes in Nicht-EU-Länder verkauft, zerlegt und die Einzelteile u. a. im Internet angeboten. Ein Geschäft, das durchaus lukrativ gewesen sein dürfte: Der Kopf der Bande war laut Polizei seit Jahren arbeitslos und pflegte dennoch einen ausschweifenden Lebensstil. Die Schadenssumme beläuft sich auf etwa 650.000 Euro – das beziehe sich aber nur auf den Zeitwert der gestohlenen Fahrzeuge, sagt Ermittler Manfred Resch.

Hoch professionell

Für die Autos dürfte die Bande die passende Software gestohlen haben. Damit konnten die elektronischen Diebstahlsicherungen der Fahrzeuge umgangen werden. Bemerkenswert sei, wie professionell die Bande vorging: "Sie konnten ein gestohlenes Auto innerhalb weniger Stunden zerlegen und verwerten", sagt Resch. Einer der Diebe sei von seinen Kollegen "Racer" genannt worden, weil ihm mit den gestohlenen Autos mehrmals die Flucht vor der Polizei gelungen sei. Der Einstieg der Bande ins Drogengeschäft wurde vereitelt: Beamte stellten Utensilien für ein Drogenlabor sicher.

Nach eineinhalb Jahren Ermittlungen in Kooperation mit slowenischen Behörden konnten jetzt 32 Straftaten bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Die Arbeit sei noch nicht vorbei, betont Resch: Es gebe Hinweise auf weitere Komplizen.

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