Die Mauer soll Gäste des Flick-Badebereiches vor Lärm und Blicken schützen

© /Thomas Martinz

Kärnten
06/02/2016

Bescheid: Familie Flick muss Mauer abreißen

Wand wurde ohne Genehmigung aufgezogen. Bürger vermuten: "Da wird noch getrickst.".

von Thomas Martinz

Sie ist rund 30 Meter lang, zwei Meter hoch und wurde ohne Baubescheid errichtet – die Rede ist von einer Betonmauer, die die Milliardärsfamilie Flick an einem Grundstück in Dellach am Wörthersee errichten ließ. Die einheimische Bevölkerung kündigt Proteste an, weil sie vermutet, dass die betuchte Familie trotz Abrissbescheid ein "Hintertürchen" findet.

Die Mauer, die das edle Seegrundstück von der Süduferstraße trennt, ist den Bürgern von Dellach schon seit Tagen ein Dorn im Auge. "Alles wird verbaut, der See ist überhaupt nicht mehr einsehbar. Und dann muss man erfahren, dass es sich um einen illegalen Bau handelt", bezieht sich Gisela Schaflechner auf einen Bericht des Lokalblatts Woche, wonach für das Projekt keine Baubewilligung erteilt wurde.

"Beantragt wurde der Bau einer Hausmauer als Teil eines Badehauses. Zusätzlich wurde nun eine frei stehende Betonmauer errichtet", sagt Markus Perdacher, Bürgermeister der zuständigen Gemeinde Maria Wörth.

Die Behörde hat der Familie Flick nun einen Bescheid zugestellt, wonach die Mauer abgerissen und der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt werden muss. Weil von Mitte Juni bis Mitte September in der Tourismusgemeinde ein Bauverbot besteht, wurde die Frist mit Ende September festgesetzt. "Aber das Prozedere kann mit Einsprüchen Jahre dauern", befürchtet Perdacher Querelen.

Meter "hergeschenkt"

"Natürlich werden wir den behördlichen Vorgaben entsprechen. Die Mauer wird so gestaltet, dass der Bau den Vorschlägen der Gemeinde angepasst gestaltet wird", sagt ein Sprecher der Flickschen Hausverwaltung. Die Mauer sei errichtet worden, weil "der Abrissbescheid bereits eingelangt ist, während wir einen Abänderungsbescheid vorbereitet haben." Man sei mit der Wand sowieso zwei Meter ins Grundstück gerückt und habe damit den öffentlichen Bereich vergrößert. Zudem hätte man ein Bankerl für die Öffentlichkeit errichten wollen.

Die Dellacher entnehmen diesen Worten, dass sie die Flick-Mauer länger beschäftigen wird. Bei einem KURIER-Lokalaugenschein werden für diesen Fall Proteste angekündigt, doch die meisten Bürger wollen nur mit vorgehaltener Hand über die Causa sprechen. "Fast alle sind Nachbarn der Flicks und wir wollen keine Probleme", heißt es. Wer seinen Namen nennt, formuliert die Sätze vorsichtig. "Der Bau ist illegal. Ich bin gespannt, was passiert", meint Michael Lex. "Für Milliardäre gibt es ja vielleicht ein Hintertürchen und es wird noch getrickst", sagt Dieter Wedam. Vor vier Jahren scheiterten die Flicks allerdings mit dem Projekt, die Süduferstraße großräumig zu verlegen. Nach Anrainer-Protesten wurde das Vorhaben ad acta gelegt.

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