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Kritik der Autofahrerclubs
07/04/2013

Wien ist ein einziger Parkplatz

Planungsdefizite und verwaiste Baustellen ärgern Autofahrer. An jeder Ecke lauert Staufalle.

von Michael Berger

Der Baustellensommer 2013 ist noch jung, lässt aber die verantwortlichen Planer der Stadt Wien bereits alt aussehen. Leidtragende sind Tausende Autofahrer. Denn hinter jeder Ecke lauert plötzlich eine Staufalle.

Bei den Autofahrerclubs machen die Mitglieder via Telefon ihrem Ärger Luft. Tenor: „Die aktuelle Baustellenplanung zeigt, dass Autofahrer der Wiener Verkehrspolitik völlig egal sind.“ ARBÖ-Sprecher Thomas Woitsch versteht den Unmut hinter dem Volant: „Aus unserer Sicht sind die dichten Arbeiten am Äußeren Gürtel besonders ungünstig. Fünf Baulose zur gleichen Zeit verbunden mit Staufallen, die entweder vom Gürtel weg, oder zur Hauptverkehrsader hin führen, sind entschieden zu viel.“

Kritik an Stadtpolitik

Der ÖAMTC geht sogar noch einen Schritt weiter. So kritisiert Markus Schneider, Leiter des Kundendienstes die Informationspolitik der Stadt: „Es gab mit den zuständigen Magistraten im Frühjahr ein Meeting. Dort wurden fünf Baustellen-Highlights präsentiert. Der Rest war kein Thema. Wenn wir nicht wissen, wo Staufallen lauern, können wir unsere Mitglieder über die Mobilitätsinfo nicht warnen.“ Ob hinter dieser Strategie Absicht oder Inkompetenz stecke, wollte Schneider nicht kommentieren.

Verkehrsstadträtin und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou ließ vor der Baustellensaison mit einem saloppen Vergleich aufhorchen: „Sanierungen im Straßennetz sind so notwendig und notwendig wie der Gang zum Zahnarzt.“ ÖAMTC-Sprecher Schneider dazu: „Beim Zahnarzt aber gibt es Termine.“

Verwaiste Baustellen

Bei der KURIER-Baustellentour, wurde ein weiterer – von Lenkern massiv kritisierter Punkt – offensichtlich. Beispiel Matzleinsdorfer Platz: Seit Tagen ist die Abbiegespur in die Triester Straße gesperrt. Weder kurz nach 12 Uhr, noch in der Rushhour um 16.30 Uhr war nur ein einziger Arbeiter zu sehen. Dafür stand die Blechkarawane bis weit über die Eichenstraße am Gürtel still. Zeitverlust: 20 Minuten. Der Grund liegt darin, dass Bauunternehmen zu viele Aufträge annehmen und mit den Arbeiten nicht nachkommen.

Ein ähnliches Bild bot sich in der Breitenfurter Straße, wo Donnerstagfrüh die Baustelle eingerichtet wurde. Auch hier wurde die Mittagspause ausführlich eingehalten. „Es ist furchtbar, vor allem da ich jetzt nicht mehr in die Rodauner Straße abbiegen kann“, macht sich ein Lenker Luft. Obwohl noch nicht Abendverkehr, stauten sich auch hier die Autos.

Währinger Straße ab Samstag gesperrt

Die meistbefahrene Tramway-Strecke Wiens zwischen Schottentor und Währinger Straße/Volksoper wird bis zum 18. August gesperrt. Ab Samstag gehe dort das "größte Bauvorhaben im Rahmen der heurigen Sommer-Erneuerungen" in die heiße Phase, teilten die Wiener Linien am Donnerstag in einer Aussendung mit. 2,8 Kilometer Schienen werden auf der Währinger Straße erneuert und das darunterliegende Erdreich verbessert, hieß es.

Die Tramway-Linien 37, 38, 40 und 41 werden laut den Wiener Linien zu verschiedenen Endstationen umgeleitet, die Linie 42 wird vorrübergehend durch die Linie 37 ersetzt, ein Ersatzverkehr mit Bussen sei eingerichtet. Eine großräumige Umfahrung der Baustelle wird empfohlen.

Die Sommerbaustellen der Wiener Linien

Ein bisschen Sommer, ein bisschen mehr Stau

Der Sommer zeigt sich in den kommenden Tagen nicht gerade von seiner besten Seite. Wirklich schlecht wird es allerdings auch nicht: Sonne, Wolken und hie und da Gewitter prägen sowohl Wochenende als auch -beginn. Die Temperaturen klettern allgemein bis auf angenehme 28 Grad. Im Westen muss man sich von Freitag bis Sonntag allerdings auf eine Blechlawine einstellen.

Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten, die Steiermark und Oberösterreich sowie drei deutsche Bundesländer starten morgen in die Sommerferien. Die Verkehrsclubs rechnen daher mit starkem Verkehrsaufkommen, auch aus der Schweiz, Liechtenstein, Frankreich und Teilen der Niederlande werden einige Urlauber wegen des Ferienstarts durch oder nach Österreich reisen. Details zu den Stau-"Hotspots" lesen Sie weiter unten.

Zunächst zur Wetterprognose: Im Süden und Südosten zeigt sich am Freitag bis zum frühen Nachmittag länger die Sonne. Dann entwickeln sich einige Haufenwolken, die nachfolgend zu ein paar Gewittern und Regenschauern führen. Im übrigen Österreich ziehen wiederholt Wolken vorüber, die Sonne lässt sich meist nur zwischendurch blicken. Zumindest zeitweise sind Regenschauer einzukalkulieren, die örtlich auch kräftig sein können. Der Wind kommt schwach bis mäßig, im Osten mitunter lebhaft aus West bis Nordost. Die Frühtemperaturen liegen zwischen elf und 20 Grad, die Nachmittagstemperaturen zwischen 18 und 26 Grad, im Süden sind bis zu 28 Grad möglich.

Am Samstag dominiert in Vorarlberg und im Tiroler Oberland meist der Sonnenschein. Sonst bleibt das Wetter wechselhaft mit einem Mix aus Wolken und Sonne. Zeitweise ist mit Regenschauern, im Süden auch mit Gewittern zu rechnen. Am häufigsten sind die Schauer und Gewitter im Bergland. Der Wind weht schwach bis mäßig, im Südosten lebhaft aus Nordwest bis Ost. Die Tiefsttemperaturen betragen zehn bis 19 Grad, die Tageshöchstwerte 19 bis 28 Grad, wobei es im Westen am wärmsten wird.

Generell verläuft der Sonntag freundlich und auch sonnig. Im Bergland bilden sich im Lauf des Tages aber immer wieder Quellwolken, lokale Regenschauer und Gewitter. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Nordwest bis Nordost. Die Temperaturen bewegen sich in der Früh zwischen 13 und 19 Grad, tagsüber werden 23 bis 28 Grad erreicht.

Der Montag verläuft durchwegs sonnig und sommerlich, im Bergland, insbesondere im Süden, bilden sich am Nachmittag aber vermehrt Quellwolken und Gewitter. Der Wind weht schwach bis mäßig aus nördlichen Richtungen. Die Temperaturen bewegen sich in der Früh zwischen zwölf und 18 Grad, tagsüber werden 23 bis 29 Grad erreicht. Zum aktuellen Wetter aus Ihrer Region

Auf folgenden Straßen ist ab Freitag, 13 Uhr, mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen:

  • In Wien, Linz, Graz und Salzburg wird ab Freitag, 13 Uhr, bei den Stadtausfahrten viel Reiseverkehr herrschen. In der Bundeshauptstadt sorgen zudem viele Sommerbaustellen für Verzögerungen.
  • A7-Mühlkreisautobahn in Linz
  • A14-Pfändertunnel bei Bregenz

Am Hauptreisetag, dem Samstag, werden die Nord-Süd-Verbindungen an ihre Grenzen stoßen:

  • A10-Tauernautobahn in Salzburg und Kärnten, A11-Karawankenautobahn vor dem Karawankentunnel
  • A9-Phyrnautobahn vor dem Gleinalmtunnel (Steiermark)
  • Bayern, großes Deutsches Eck (A8 und A93)


Alle Verkehrsinfos finden Sie unter kurier.at/verkehr

Tipps: Stressfrei ans Reiseziel

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