Chronik | Österreich
26.02.2015

Bahnstrecke vermutlich ab Dienstag wieder offen

Mindestens 50 Meter Gleisanlage müssen nach dem Brückeneinsturz erneuert werden.

Über den nicht verschütteten Gleisen liegen Holzbalken, die Zwischenräume sind mit Schotter und Erde aufgefüllt. Das soll verhindern, dass der Abbruch der eingestürzten Brücke weiteren Schaden am Bahndamm anrichtet. Seit Mittwoch läuft diese Arbeit im Schichtbetrieb rund um die Uhr. Und sie scheint schneller voranzugehen als erhofft: Die ÖBB planen, bereits Dienstagnachmittag die Bahnstrecke bei Frohnleiten wieder freigeben zu können.

Sobald das 800 Tonnen schwere Stück der eingestürzten Brücke zerteilt und in Lkw weggeschafft wurde, können die Arbeiter der ÖBB ans Werk. Mindestens 50 Meter Gleisanlage müssen erneuert werden. Das Abbruchkonzept der Baufirma hatte ursprünglich Mittwoch kommender Woche als Ende der Aufräumarbeiten angegeben, doch die Arbeit mit einem Hydromeißel ist zwar laut, aber effektiv: Sie dürfte vermutlich bereits zu Wochenbeginn beendet sein. Da der Gleiskörper wenig beschädigt sein dürfte, fallen auch die Reparaturen der ÖBB kürzer aus als prognostiziert.

Keine Umleitung mehr

Geht alles nach Plan, soll der Fernverkehr Dienstag ab 17 Uhr wieder auf Schiene sein, berichtet ÖBB-Sprecher Christoph Posch. Seit Sonntag wurden Tausende Passagiere mit Ersatzbussen zwischen dem Grazer Hauptbahnhof und Bruck an der Mur sowie St. Michael gebracht, wo sie in Züge umstiegen. Aufatmen werden auch die Verantwortlichen in den Industriebetrieben rund um Graz: Der Güterverkehr musste seit der Sperre über Slowenien umgeleitet werden, das bedeutete Umwege von 600 Kilometern. Viele Betriebe stellten auch auf Lkw-Transporte um, das Wochenend-Fahrverbot wurde vorübergehend aufgehoben.

Weil die Problemstelle Frohnleiten demnächst erledigt ist, können die ÖBB eine zwei Jahre lang geplante Sanierung in der Südsteiermark in Angriff nehmen: Bei Ehrenhausen sind für vier Wochen auf sechs Kilometern Länge Arbeiten geplant, deshalb muss die Strecke zwischen Spielfeld und Leibnitz gesperrt werden. Für 9000 Fahrgäste wird Schienenersatzverkehr benötigt. Außerdem müssen die Güterzüge über das Murtal umgeleitet werden. Der Start der Bauarbeiten wird allerdings um ein paar Tage verschoben.