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Chronik Österreich
09/19/2012

Autodiebstähle steigen wieder

16 Coups in zwei Stunden in Wien: Nach rückläufigen Zahlen werden nun wieder mehr Fahrzeuge gestohlen.

Die Auto-Fahndungsliste der Wiener Polizei war am Mittwoch in der Früh weitaus länger als gewöhnlich. Mindestens 16 Autos wurden in der Nacht gestohlen. Der Großteil davon innerhalb von nur zwei Stunden, wie Polizisten dem KURIER bestätigen. Die Diebe waren vor allem zwischen ein und drei Uhr in der Nacht aktiv.

Nach zuletzt deutlich rückläufigen Zahlen bei Autodiebstählen gibt es nun wieder einen Anstieg. Das bestätigt Oberst Rainer Erhart von der "Soko Kfz". Vor allem baltische Banden sind derzeit aktiv. "Die Nordroute via Polen ist derzeit sehr gefragt, das registrieren auch die deutschen Kollegen", erklärt Rainer.

Gipfel der Fahnder

Am Mittwoch gab es deshalb ein Treffen von österreichischen Polizisten mit slowakischen Kollegen in Wien. "Die Banden beschäftigen Techniker, die knacken die Autos", sagt Oberst Erhart. Nach dem Einbruch ziehen sich diese "Profis" zurück. Für die Überstellung der gestohlenen Fahrzeuge werden eigene Fahrer angeworben. Ihr Lohn beträgt laut Erhart rund 300 bis 400 Euro. "Das sind oft Drogenabhängige, die sehr aggressiv im Fluchtverhalten sind. In Polen und der Slowakei gab es zuletzt sogar Tote bei den Verfolgungsjagden. Das ist keine angenehme Sache."

Ob der letzte Coup in Wien, mit zumindest 16 gestohlenen Fahrzeugen in einer Nacht, auf das Konto dieser Banden geht, ist noch unklar. In Favoriten, Simmering, Meidling, Döbling, Währing, Brigittenau, Floridsdorf und der Donaustadt hatten die Autodiebe innerhalb kürzester Zeit zugeschlagen. Gestohlen wurden nur gängige Automarken wie Audi, BMW, Peugeot oder Volkswagen. An einem normalen Tag werden in der Bundeshauptstadt sechs Fahrzeuge entwendet.

Profis aktiv?

Bei der Wiener Polizei gab man sich am Mittwoch zum jüngsten Vorfall noch schweigsam. Offiziell bekannt gegeben wurde nur die Klärung eines Autodiebstahls von vier Jugendlichen. Das Quartett (14 bis 19 Jahre alt) hatte am Dienstag in der Donaustadt ein Auto geknackt und war gegen 13 Uhr von Polizisten angehalten worden. Im Wagen lagen mehrere gestohlene Kennzeichen. Darüber hinausgehend habe es zuletzt keine ungewöhnlich hohe Zahl an Kfz-Diebstählen gegeben, hieß es von offizieller Polizeiseite.

"In dieser Woche hat das Landeskriminalamt nur einen Anstieg bei Diebstahl von hochpreisigen BMW bemerkt", berichtete ein Sprecher auf Anfrage.

Der ÖAMTC wusste hingegen von einem weiteren Fall zu berichten. Gegen 20 Uhr war in Wien-Floridsdorf ein Hyundai gestohlen worden. Was der Dieb nicht wusste: Die Lenkerin wollte bald in den Urlaub fahren und hatte sich das Anti-Diebstahl-System mit GPS gerade erst einbauen lassen. Ihr Wagen wurde wenig später in Rudolfsheim-Fünfhaus sichergestellt. "Ungewöhnlich war, dass das Auto diesmal nicht observiert wurde, ob jemand es abholen kommt. Das ist sonst immer der Fall", sagte ÖAMTC-Experte Michael Tagunoff.

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