Die Entscheidung darüber, welche Teile der Isel und ihrer Zubringer geschützt werden sollen, liegt vorerst noch auf Eis

© honorarfrei/DI Wolfgang C Retter,

Tirol
12/16/2014

Ausweisung von Natura 2000 driftet in Winterschlaf

Noch vor Weihnachten hätte die Isel als Schutzgebiet nominiert werden sollen. Doch die Regierung ist uneins.

von Christian Willim

Mit einer ganzen Reihe von Beschlüssen hat die schwarz-grüne Tiroler Koalition am Dienstag ihre letzte Regierungssitzung vor der Weihnachtspause beendet. Doch ein Punkt fehlte auch dieses Mal: die Ausweisung der Isel in Osttirol als Natura-2000-Gebiet. Wie groß das ausfallen soll, darüber kann man sich in der Koalition seit Monaten nicht einigen. Mehrmals wurde eine Entscheidung nach hinten verschoben. Zuletzt hatte Tirols Naturschutzlandesrätin Ingrid Felipe (Grüne) "noch vor Weihnachten" als Termin angepeilt. Der könnte nun nur noch eingehalten werden, wenn die Regierung einen Umlaufbeschluss fasst.

Danach sieht es aber nicht aus. Felipe bekräftigt ihre Haltung: "Die gesamte Isel muss als Natura-2000-Schutzgebiet ausgewiesen werden." Der Koalitionspartner ÖVP bekommt jedoch Druck von mehreren schwarzen Bürgermeistern aus Osttirol. Sie sehen eine Reihe von Kraftwerksprojekten gefährdet und haben zuletzt erneut bei VP-Energielandesrat und LH-Stellvertreter Josef Geisler vorgesprochen. Die Bürgermeister wollen die Schutzzone möglichst klein halten. Geisler bezweifelt, dass man noch vor Jahreswechsel auf einen grünen Zweig kommt: "Es wird wohl eher nächstes Jahr." Als Grund dafür nennt er aber nicht nur Osttirol, sondern auch die notwendigen Ausweisungen von Natura-2000-Gebieten in Nordtirol. "Wir möchten das alles gemeinsam beschließen." In diesem Paket muss auch eine Lösung für den Piz val Gronda enthalten sein. Dass der Berg im Skigebiet von Ischgl nicht als Natura-2000-Gebiet ausgewiesen wurde, war einer der Hauptgründe dafür, dass die EU ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich eingeleitet hat.

Seit vergangenem Winter führt ein Lift auf den Berg. Wie sich das mit einem Schutzgebiet vereinen lässt, ist fraglich. Geisler meint jedenfalls: "Auf einer Skipiste braucht man kein Natura-2000-Gebiet machen."

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