Wohl einer der bekanntesten Eventmanager des Landes: Hannes Jagerhofer

© /Josef Kuess

Beachvolleyball
02/14/2016

"Ausverkauf" bei Kärnten-Events, Baggern ist reif für die Donauinsel

Klagenfurt und Kärnten können Förderung nicht mehr stemmen. Nun ist Wien erste Wahl.

von Thomas Martinz

"That’s the way, aha, aha. I like it, aha, aha..." Der Schlachtsong der Beachvolleyballfans dürfte heuer zum letzten Mal beim traditionellen Großevent am Wörthersee erklingen. Nachdem der Vertrag mit der ACTS Sportveranstaltungs GmbH ausläuft und die öffentliche Hand die Subventionen drastisch zurückschraubt, scheint das Turnier reif für die Insel zu sein: Wien ist erste Wahl für die Klagenfurt-Nachfolge als "Bagger-Hochburg".

Die angespannte Finanzlage zwingt die Stadt Klagenfurt und das Land Kärnten in die Knie: Statt wie bisher insgesamt 880.000 Euro jährlich könnten die Partner per anno lediglich 400.000 Euro zur Verfügung stellen. "Diese Summe ist das Maximum", sagt Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz. "Wir können nicht über unsere Verhältnisse leben", fügt Landeshauptmann Peter Kaiser (beide SPÖ) hinzu. "Alles wurde zusammengekratzt, um diese tolle Veranstaltung zu retten", betont Kärntens Landessportdirektor Arno Arthofer. Insgesamt verschlingt die Klagenfurter Sandkiste jährlich 4,4 Millionen Euro.

"Mit 400.000 Euro Förderungen finde ich jedoch bei aller Liebe zum Land Kärnten und dem Turnier kein Auslangen. Es schaut so aus, als ob wir das Turnier in Klagenfurt nicht mehr zusammenbringen", sagt Veranstalter Hannes Jagerhofer. Er hat "Verständnis für die Sichtweise von Stadt und Land. Aber ein World-Tour-Event ist so nicht finanzierbar, von einer Weltmeisterschaft ganz zu schweigen", betont Jagerhofer. Die WM-Bewerbung Klagenfurts für 2017 wurde gecancelt – nun matchen sich Mexico City und das russische Sotschi um die Großveranstaltung.

Jagerhofer muss sich um eine Alternative umsehen. Spekulationen, der 54-Jährige könnte mit der Veranstaltung an den Neusiedler See ziehen, wischt er vom Tisch. "Wien ist nach Klagenfurt erste und einzige Wahl, ansonsten muss ich das Event für Österreich abhaken."

"Okay der Behörde"

Den Rathausplatz habe man als Location überprüft und ausgeschlossen. "Bleibt die Donauinsel; sie stand als Austragungsstätte bereits vor sechs Jahren zur Debatte. Bei der Floridsdorfer Brücke gibt es eine Fläche, wo man ein Stadion errichten könnte, das der Größenordnung der Klagenfurter Konstruktion entspricht", verrät Jagerhofer. Damals habe es auch ein Okay der Behörden gegeben.

Heuer wird das Turnier von 26. bis 31. Juli noch einmal in gewohnter Form und Größe in der Klagenfurter Ostbucht stattfinden: "Wenn es das letzte Mal sein sollte, bin ich am Sonntag aber nicht mehr im Stadion, diesen Abschied tue ich mir nicht an", sagt Jagerhofer.

Mit dem Ende des Beachvolleyball-Turniers muss der "Ausverkauf" der Kärntner Events nicht abgeschlossen sein: Die Verträge mit dem "Ironman Austria" und der "Starnacht" laufen ebenfalls heuer aus, die öffentliche Hand will auch in diesen Fällen nur mehr einen Bruchteil an Förderungen bereitstellen.

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