Aus Rot wurde dunkelrot

Wahlsieger Günther Goach, FSG Arbeiterkammer Kärnt…
Foto: HONORARFREI /Dietmar WAJAND Rote Rosen statt rote Nelken: AK-Wahlsieger  Günther Goach.

FSG letzte zehn Prozentpunkte zu und stellt 56 von 70 Kammerräten.

Präsident Günther Goach (56) geriet ins Schwärmen. "Das ist der größte Erfolg, den wir in der Zweiten Republik eingefahren haben", sagte er Mittwoch am späten Abend, als knapp drei Viertel der Stimmen ausgezählt war und sich sein Triumph abzeichnete. Und der Spitzenkandidat der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) sollte Recht behalten. Am Ende standen für die roten Gewerkschafter bei der Arbeiterkammerwahl in Kärnten 76,9 Prozent zu Buche. Das ist ein Plus von 10,1 Prozentpunkten.

Für die meisten der wahlwerbenden Gruppen gab es massive Verluste. Das BZÖ, vor fünf Jahren noch klare Nummer zwei (damals Regierungsfraktion Nummer eins), stürzte von 20 auf vier Prozent ab. Die Freiheitlichen Arbeitnehmer "wuchsen" zwar von 2,0 auf 8,5 Prozent, blieben aber weit hinter ihren Erwartungen.

Die größte Schlappe mussten die ÖVP-nahe FCG/ÖAAB einstecken, die 6,6 Prozentpunkte verlor und bei 5,2 Prozent hält. Die Schwarzen wurden von den Grünen überholt, die ihren Stimmenanteil von 3,4 auf 5,4 Prozent erhöhten. Die Wahlbeteiligung ging erneut zurück, von 44,4 auf 40,6 Prozent.

Auf die AK-Vollversammlung umgelegt, bedeutet das: 56 Sitze für die FSG (bisher 48),sechs für die Freiheitlichen Gewerkschafter, je drei für Grüne und FCG und zwei für das BZÖ. Im Vorstand stellen die Sozialdemokraten zehn Mitglieder, die Blauen eines.

"Wir sind trotz dieses Erfolges zu einer Zusammenarbeit mit allen Fraktionen bereit", sagte Goach in einer ersten Reaktion. "Alles andere wäre dumm, wir setzen uns ja alle für Arbeitnehmer ein." Der freiheitliche Spitzenkandidat Manfred Mischelin sprach von einer "unvorstellbaren Niederlage".

Schlechte Verlierer

Für Christian Struger (FCG/ÖAAB) bedeutet der Misserfolg bei der AK-Wahl eine "demokratiepolitische Watschn". Für ihren Parteifreund sprang auch die Wiener ÖAAB-Chefin Gabriele Tamandl in die Bresche. Sie ortete FSG-Schleichwerbung im Wahlkampf und bedauerte das "fast nordkoreanische Wahlergebnis". Grün-Landessprecher Frank Frey freute sich: "Wir haben unser Wahlziel erreicht."

Die konstituierende Vollversammlung findet am 24. April statt.

(kurier) Erstellt am
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