Ison dürfte die Hitze der Sonne nicht überlebt haben.

© NASA/SOHO

Astronomie
11/29/2013

Aus Ison wurde ein "Zombie-Komet"

Die Sonne hat dem Kometen mit Temperaturen von 3900 Grad Celsius wahrscheinlich den Todesstoß versetzt.

Die Hoffnungen, im Dezember einen prächtigen "Weihnachtsstern" zu sehen, sind wahrscheinlich dahin. Der Komet ISON, der vor mehr als einem Jahr in Russland entdeckte wurde, dürfte in der Hitze der Sonne verglüht sein. Wie es scheint, allerdings nicht komplett: Der Komet hat laut aktuellen Bildern wieder einen Schweif gebildet. Astronomen sprechen bereits von einem "Zombie-Kometen".

Ison narrt die Forscher seit Wochen. Mal wollte er nicht heller werden, dann sorgte er im November mit zwei Helligkeitsausbrüchen dafür, dass doch Hoffnung auf einen prächtigen Dezemberkometen über Österreich bestand.

Die vermutlich tödliche Reise von Ison:

Der 28. November galt unter Astronomen als Schicksalstag. Wird er es schaffen oder nicht? Leider hat die Sonne dem Kometen wahrscheinlich den Todesstoß versetzt. "Es scheint, als habe Ison seine Reise nicht überlebt", sagte der Kometenforscher Karl Battams vom Naval Research Laboratory am Donnerstag. Er starb mutmaßlich am Hitzeschock im Sonnenumfeld bei Temperaturen von 3900 Grad Celsius. Die große Hitze hat sämtliche gefrorenen Gase, das Wassereis, aber auch Gesteinsbrocken und Staub verdampft. Der„Final Countdown“ zum Vorbeiflug an der Sonne war ein wahrer Teufelsritt. ISON ist nur etwas mehr als einen Sonnendurchmesser entfernt mit 600 km/s an der Sonne vorbei gesaust.

Spekulationen

Was sich am Donnerstag in Sonnennähe abgespielt hat, wird jetzt in Fachkreisen heftig debattiert. Denn Komet Ison näherte sich tagsüber der Sonne. Dann lieferte die NASA Aufnahmen, die zeigen, wie der avisierte Jahrhundert-Komet Ison in Sonnennähe seinen Kopf verlor. Doch Freitagfrüh entwickelte der totgesagte Schweifstern völlig unerwartet neues Leben und bildete zwei Schweife aus. Astronomen gaben daraufhin Ison den Spitznamen „Zombie-Komet“. Die erste Interpretation der dramatischen Entwicklung lautet: Die Sonne soll zunächst sämtliches Material vom Kometen weggeblasen haben. Als sich der leblose Komet von der heißen Sonne entfernte, bildete er eine neue Nebelhülle samt Schweif aus. Die Sonne hat also den Kern nicht total zerstört. Was davon in Österreich zu sehen sein wird, ist allerdings völlig offen.

Die Wissenschaft hat aber ohnehin schon einen neuen Liebling entdeckt: Komet C/2013 R1 (Lovejoy) ist der neue Star am Himmel und kann bis voraussichtlich Ende des Jahres sogar mit einem herkömmlichen Feldstecher bewundert werden.

Der Weg von Ison

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"Weihnachtsstern" verglüht

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