Die starke Strömung erschwerte die Bergung. Der Lieferwagen wurde mittels Seilwinde und Kran aus der Salzach gezogen

© /Feuerwehr Niedernsill

Salzburg
10/15/2016

Alkolenker versenkte Lieferwagen: 110 Retter in Sorge

Großeinsatz, weil nach Crash Opfer befürchtet wurden. Der Fahrzeughalter verließ den Unfallort.

von Thomas Martinz

Fieberhaft suchten am Samstagmorgen 110 Feuerwehrleute und Wasserretter nach dem Lenker sowie etwaigen Passagieren eines Lieferwagens, der bei Niedernsill im Pinzgau in der Salzach versunken war. Wie sich später herausstellte, war der schwer alkoholisierte 48-jährige Fahrzeugbesitzer allein unterwegs, hatte sich nach dem Sturz in den Fluss selbst aus dem Wagen befreien können und zu Fuß auf den Heimweg begeben.

Ein Zeuge alarmierte kurz nach 6 Uhr Früh die Einsatzkräfte, weil er einen weißen Lieferwagen in der leicht hochwasserführenden Salzach entdeckt hatte. Nur noch das Fahrzeugdach ragte aus den Fluten. 80 Personen der Feuerwehren Niedernsill, Piesendorf und Zell am See sowie 30 Salzburger Wasserretter rückten aus; Taucher suchten im Inneren des Wagens, der rund 200 Meter abgetrieben worden war, und im Fluss nach vermissten Personen. "Wir mussten sämtliche Salzachbrücken bis nach Zell am See besetzen, weil nicht klar war, ob Menschen im Fluss treiben", sagt Josef Eder von der Feuerwehr Niedernsil.

"Er war pitschnass"

Nach etwa einer Stunde traf die Polizei bei einer nahe gelegenen Bushaltestelle einen 48-jährigen, torkelnden Mann an. "Er war von Kopf bis Fuß pitschnass. Somit war klar, dass die Person etwas mit dem Unfall zu tun haben musste", berichtet ein Beamter. Der Betroffene konnte der Exekutive wohl mitteilen, dass er der Lenker des Lieferwagens sei und sich nach dem Unfall schwimmend ans Ufer hatte retten können. Er machte aber dann widersprüchliche Aussagen und hinterließ einen verwirrten Eindruck. "Somit wurde die Suche nach weiteren Passagieren fortgesetzt. Erst aufgrund einer späteren Aussage eines weiteren Passanten, der den Unfallhergang beobachtet hatte, konnte diese Befürchtung ausgeräumt werden", sagt Markus Gewolf von der Wasserrettung.

Der Unfalllenker verbrachte den Rest des Tag übrigens im Krankenhaus Mittersill, wo er zur Beobachtung aufgenommen wurde. Das Ergebnis des Alkotests ergab einen Wert von 1,6 Promille. Der Pinzgauer, der laut Polizei keinen Führerschein besitzt, wurde angezeigt.

Sein versunkener Lieferwagen wurde mittels Seilwinde und Kran aus dem Fluss geborgen.

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