Chronik | Österreich
08.05.2017

Pensionist in Graz um 300.000 Euro betrogen

Ein ehemaliger Mieter täuschte verschiedene Notlagen vor. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

Ein 34-Jähriger soll durch Täuschung von einem 84 Jahre alten Grazer Pensionisten über zwei Jahre hinweg mehrere hunderttausend Euro erbeutet haben. Laut Angaben der Landespolizeidirektion vom Montag befindet sich der Verdächtige derzeit in der Justizanstalt Graz-Jakomini.

Das Opfer kannte den 34-Jährigen durch ein ehemaliges Mietverhältnis: Der rüstige Pensionist besitzt ein Zinshaus im Bezirk Lend und hatte ursprünglich eine Wohnung an den mutmaßlichen Betrüger vermietet. Der Mann schob verschiedene Notlagen, wie Krankheiten, Operationen und Mietschulden vor, um immer wieder Geld vom Pensionisten zu erbitten. Als vorgetäuschte Sicherheit gab der 34-Jährige an, in der Türkei ein Grundstück zu besitzen.

Dem türkischen Staatsbürger mit Wohnsitz im Bezirk Liebenau ist der Sohn des 84-Jährigen auf die Schliche gekommen. Er merkte, dass sein Vater immer wieder Anrufe erhielt und fragte nach, was sich dahinter verbirgt. Es stellte sich heraus, dass der Pensionist im Laufe der vergangenen zwei Jahre rund 300.000 Euro "gespendet" hatte. Zum Verbleib des Geldes gibt es nach Angaben der Polizei bisher keine Spur.

Weitere Opfer sind laut Polizei bisher nicht bekannt. Betrugsfälle in dieser Größenordnung seien in Graz selten, hieß es vonseiten der Exekutive.