Chronik | Österreich
26.01.2018

7.406 Aufgriffe in Tirol: Deutlich weniger als 2016

Auch die Anzahl an Asylanträgen in Tirol ist rückläufig.

Tirols Polizei hat 2017 insgesamt 7.406 Aufgriffe von illegal eingereisten Migranten registriert. Dies bedeute einen Rückgang um 37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (2016: 11.812), sagte Landespolizeidirektor Helmut Tomac am Freitag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Auch bei der Anzahl an Asylanträgen wurde 2017 ein Rückgang um 37 Prozent festgestellt.

1.236 Personen stellten 2017 einen Asylantrag, 2016 waren es noch 1.881. Im vergangenen Jahr wurden 854 illegal eingereiste Migranten auf "kurzem Weg" direkt zurückgeschoben, beinahe alle nach Italien und 2.161 wurden nach einem Verfahren zurückgewiesen bzw. rückübernommen, berichtete Harald Baumgartner, stv. Leiter der Tiroler Fremdenpolizei. Die restlichen Aufgegriffenen würden sich entweder in einem Verfahren befinden oder seien untergetaucht. Wobei laut Polizei nur die allerwenigsten davon in Tirol untertauchen würden.

Tomac führte den Rückgang bei den Aufgriffen unter anderem auf deutlich weniger Anlandungen von Flüchtlingsbooten in Italien durch das Abkommen mit Libyen zurück. Zudem würden die verstärkten Kontrollen in Tirol und die Grenzkontrollen der Deutschen die Route über den Brenner zunehmend unattraktiver machen, erklärte der Landespolizeidirektor.

Die meisten der illegal Eingereisten stammten aus Nigera (1.446), dahinter reihen sich Marokko (735) Pakistan (716) und Somalia (355) ein. Syrien liegt mit 307 Aufgegriffenen auf Platz sieben. Die meisten der illegal Eingereisten seien alleinstehende junge Männer, sagte Baumgartner. Unter den 7.406 Aufgegriffenen waren 1.032 Frauen und 366 Kinder.

Mit Güterzügen und Fernbussen

Eine Besonderheit in Tirol seien die alternativen Transportmittel, die von den Migranten genutzt werden. So wurden insgesamt 290 Menschen auf Güterzügen aufgegriffen. Seitdem dieser Trend 2016 festgestellt wurde, seien die Kontrollen intensiviert worden.

Mittlerweile gebe es täglich Kontrollen von Güterzügen, unter anderem an der eigens dafür errichteten Kontrollstelle Seehof, sagte Erich Lettenbichler, Leiter der Fremdenpolizei Tirol. Doch auch mit Fernbussen würden Flüchtlinge immer wieder versuchen nach Tirol einzureisen.

Eine Prognose für 2018 lasse sich laut Tomac noch nicht erstellen. Nach dem Abkommen mit Libyen würden sich einzelne Ausweichrouten zwar in Ansätzen abzeichnen, einen richtigen Trend gebe es aber noch nicht. "Eines ist aber klar, aufhören wird es nicht", betonte der Landespolizeidirektor. "Wir sind auf jeden Fall gut beraten, wenn wir den Druck aufrechterhalten", fügte er hinzu.