Demonstranten auf der Autobahn

© APA/Robert Parigger

Tirol und Bayern
12/01/2013

Mautkontrollen: 2000 Bürger legten A12 lahm

Zwei Stunden lang war die Inntalautobahn am Sonntag gesperrt. Die Fronten bleiben weiter verhärtet.

von Jürgen Pachner

Es war eine Art Volkswandertag, den am Sonntagvormittag mehr als 2000 Tiroler bei sonnigem Wetter auf der gesperrten Inntalautobahn (A12) zelebrierten. Ab 9.30 Uhr marschierten Menschen jeden Alters zu Fuß hinter der Stadtmusikkapelle auf die normalerweise nur von Fahrzeugen benützten Asphaltbahnen. Mit Transparenten und Tafeln protestierten sie dort gegen die Wiedereinführung der Vignettenpflicht durch die Asfinag.

Bis Sonntag war auf dem Abschnitt zwischen der Bayrischen Staatsgrenze und der Ausfahrt Kufstein-Süd die Autobahnmautpflicht von der Asfinag nicht kontrolliert worden. Das kam vor allem Pendlern aus der Region und deutschen (Ski-)Urlaubern zugute. Doch seit gestern ist das anders: „Wir lassen uns nicht überfahren“, „Mehr Mut, weniger Verbote“, „Kein Wiener Diktat“ und „Standort Kufstein in Gefahr“ stand auf den Schildern der Demonstranten geschrieben.

Feindbild Bures

Die Anrainergemeinden, allen voran die Stadt Kufstein, befürchten massive Belastungen durch den Ausweichverkehr von Mautflüchtlingen. Der Zorn der lokalen Bevölkerung richtet sich vor allem gegen Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ), geschürt wird dieser aber auch von der Landespolitik und der Wirtschaftskammer.

Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel (Die Parteifreien) schloss in seiner Rede weitere Protestmaßnahmen und Blockaden ebenso wenig aus, wie WK-Präsident Jürgen Bodenseer. „Wir werden so lange weitermachen, bis wir für Kufstein eine vernünftige Lösung erreichen“, warnte der Kammer-Funktionär. Er schlug vor, die ersten zehn Kilometer nach der Staatsgrenze grundsätzlich von der Maut auszunehmen. Auf die Weise würden der Umwegverkehr verhindert und die Bevölkerung entlastet. Bodenseer: „Wenn man nicht auf uns hört, dann können wir unseren Protest auch in Wien vorbringen.“

Asfinag-Geschäftsführer Klaus Fink lehnte eine solche Regelung im KURIER-Gespräch klar ab. „Das geltende Gesetz besagt eindeutig, dass die Mautpflicht ab der Staatsgrenze beginnt. Wenn man Sonderregelungen einmal zulässt, wird das mit der Zeit zum Schweizer Käse.“

Keine Zwischenfälle

Die A12 blieb bis 11.30 Uhr in beide Richtungen gesperrt. Gleichzeitig fand auch auf der A93 im angrenzenden Bayern (auf Höhe des Rasthauses Kiefersfelden) eine Bürgerversammlung statt, an der etwa 1000 Personen teilnahmen. Beide Veranstaltungen verliefen ohne Zwischenfälle. Auf den Ausweichrouten gab es keine Verzögerung.

Bilder der Autobahn-Demo

DEMONSTRATION GEGEN AUTOBAHNMAUT KUFSTEIN

DEMONSTRATION GEGEN AUTOBAHNMAUT KUFSTEIN

DEMONSTRATION GEGEN AUTOBAHNMAUT KUFSTEIN

DEMONSTRATION GEGEN AUTOBAHNMAUT KUFSTEIN

DEMONSTRATION GEGEN AUTOBAHNMAUT KUFSTEIN

DEMONSTRATION GEGEN AUTOBAHNMAUT KUFSTEIN

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