Chronik | Österreich
30.10.2017

170-Kilo-Bär verendet nach Kollision mit Auto

Das Tier prallte gegen einen Kleintransporter. Der Kadaver wurde nahe der Unfallstelle gefunden.

Die Angst vor Bären ging in den vergangenen Monaten in Kärnten um. Montagfrüh offenbarte es sich, dass nicht das Tier für die Menschen gefährlich werden kann, sondern umgekehrt: Ein Braunbär wurde auf einer Landesstraße bei Feistritz/Gail im Bezirk Villach von einem Kleintransporter erfasst und verendete noch an der Unfallstelle.

Die Beamten der Polizeiinspektion Arnoldstein dachten um 2.20 Uhr, jemand wolle ihnen einen Bären aufbinden: ein 22-jähriger Zeitungszusteller hatte telefonisch angezeigt, ein Braunbär habe die Fahrbahn der Vorderberger Straße gequert. Er habe seinen Pkw nicht rechtzeitig stoppen können und das Tier angefahren. Die Story entpuppte sich als real: Erst entdeckte die Polizei Haare eines Wildtieres am stark beschädigten Kleintransporter, um 9.45 Uhr fand die Straßenmeisterei Hermagor 30 Meter vom Unfallort entfernt den verendeten Bären.

Laut Wildbiologe Thomas Huber, der den Kadaver untersuchte, handelt es sich um ein ausgewachsenes, 170 Kilo schweres Männchen. „Der Bär dürfte auf einem Maisfeld nach Nahrung gesucht haben. Dass ein erfahrenes Tier dann auf einer kaum befahrenen Straße von einem Auto erwischt wird, ist unglaubliches Pech“, sagt Huber. Unglaubliches Glück dürfte indes der unverletzte Zeitungszusteller gehabt haben. „Ein Unfall mit so einem schweren Tier kann tragisch enden“, erklärt Huber. Ein DNA-Abgleich soll klären, ob es sich um jenes Tier handelt, das im Bezirk Villach zahlreiche Schafe gerissen hat.

In Österreich wurde zuletzt vor 15 Jahren ein Bär bei einer Kollision mit einem Auto getötet: Der Unfall ereignete sich auf einer Schnellstraße bei Bruck. 2012 verendeten in Südtirol zwei Bären mit der Kennung M14 und M12 nachdem sie mit Pkw kollidiert waren.