„Wiener Börse wird gut laufen“

© Bild: Eric Kruegl

Österreichische Aktien fielen 2011 übermäßig tief. Ihr Aufholpotenzial ist deshalb im neuen Jahr sehr groß.

Die Wiener Börse hat im vergangenen Jahr 35 Prozent ihres Werts eingebüßt. Dennoch ist Alois Wögerbauer, Geschäftsführer von 3 Banken Generali Invest, positiv für den österreichischen Aktienmarkt im heurigen Jahr gestimmt. „Die Wiener Börse wird sich sehr gut entwickeln. Sie wurde im vergangenen Jahr übermäßig abgestraft, die österreichischen Firmen sind aber nicht schlechter als der Rest der Welt.“ Gerade internationale Anleger hätten ihr Geld abgezogen. Ursache sei die extrem komplexe Besteuerung, Investoren seien als Spekulanten angeprangert worden. In den vergangenen Wochen habe ein gewisses Umdenken eingesetzt, weil man erkannt habe, dass der Staat Käufer für seine Bundesanleihen im Wert von mehr als 200 Milliarden Euro benötige.

Wögerbauer, der im vergangenen Jahr bereits zum dritten Mal der beste Aktienfondsmanager Österreichs gewesen ist, geht von folgenden „Leitplanken“ bei der Geldanlage 2012 aus:

Der Konjunkturcrash kommt nicht, der Systemcrash auch nicht.
Die europäische Wirtschaft werde sich abschwächen und rezessive Tendenzen zeigen, aber es sei nicht vergleichbar mit der Krise nach der Pleite von Lehmann-Brothers im Jahr 2008.

Die Strategie der Notenbank und der Politik ist Zeitgewinn.
Durchwurschteln und Zeit gewinnen werde die zentrale Strategie 2012 von Notenbank und Politik sein. Wie schon 2011. Wichtig sei, Länder wie Italien liquide zu halten, um die anstehenden Refinanzierungen zu managen.

Die Realverzinsung bleibt negativ.
Der Leitzins minus Inflation wird auch 2012 negativ sein. Das Studium der Finanzgeschichte lehre, dass eine erheblich negative Realverzinsung über eine Periode hinweg unabdingbar sei, um die hohe Staatsverschuldung zu reduzieren.

Bei Staatsanleihen noch zuwarten, aber die Investmentchance kommt.
Aktuell sei die Neubewertung der Staatsanleihen noch im Gang, die Nebel werden sich aber lichten.

Unternehmensanleihen bilden weiterhin die Basis im Zinsbereich.
Das aktuelle Renditeniveau von etwa 4 Prozent ist eine realistische Ertragserwartung für 2012.

Gold treu bleiben.
Gold ist ein wichtiger Bestandteil der Geldanlage.

Rohstoffe: Nicht die volle Portion.
Steigende Notierungen für den Ölpreis sind zu erwarten. Sind Investments mit Sachwerte-Charakter und Inflationsschutz.

Aktien:
Eine Beteiligung an Eigentum und Substanz macht Sinn. Die Trends gehen zu Basiskonsum, Nahrung, Energie, Gesundheit.

Die Startaufstellung für 2012 lautet: 20 % Aktien, 20 % Sachwerte (Gold, Rohstoffe, Immobilien), 30 % Unternehmensanleihen, 30 % Cash.

( Kurier ) Erstellt am 07.01.2012