Chronik | Oberösterreich
04.02.2018

Wien, Wien nur du allein

1000 Gäste kamen zur Chancenabschätzung ins Oberbank-Donauforum.

Dominik Hojas, Chefredakteur der Zeitschrift Der Börsianer, meinte es besonders gut, als er zu seiner Einmoderation das Lied Wien, Wien nur du allein sollst stets die Stadt meiner Träume sein abspielen ließ. Interpretiert wurde es von Peter Alexander. Mancher Gast im Donauforum der Oberbank zeigte sich überrascht, da die Linzer Gäste doch von ihrer Landeshauptstadt überzeugt sind. Aber Hojas klärte auf. Er meinte die Performance der Wiener Börse, die im vergangenen Jahr um 30 Prozent zugelegt hat.

Besonderes Lob erfuhr Alois Wögerbauer, Geschäftsführer der 3 Banken Generali Investmentgesellschatt, der mit seinem Österreich-Fonds 2017 mehr als 41 Prozent erzielt hatte. Wer seit Beginn vor 15 Jahren auf dieses Österreich-Vehikel gesetzt hat, hat im Schnitt einen jährlichen Zuwachs von 13 Prozent verzeichnen können. Damit lässt der gebürtige Mühlviertler seit Jahren alle Mitbewerber hinter sich.

Rund 1000 Gäste hatten sich Donnerstagabend versammelt, um sich einen Überblick über die Entwicklung der Finanzmärkte zu verschaffen. Oberbank-Vorstand Josef Weißl zitierte eingangs die amerikanische Anleger-Legende Warren Buffet, der die Investoren auffordert, nicht nur auf die Anzeigetafel zu schauen. "Das ist vergleichbar mit dem Fußballspiel Bayern München gegen Leipzig, wo es 1:4 für Leipzig steht. Wenn ich nur auf die Anzeigetafel im Stadion schaue, weiß ich nichts über die Qualitäten der Bayern." Weißl lud die Zuhörer ein, dort zu investieren, wo täglich Mehrwert geschaffen werde: in den Unternehmen. "Investieren ist kein Frühstücksjob, das kann nur von einer Vermögensverwaltung erledigt werden. Das ist ein echter Mehrwert für die Erhaltung von Finanzvermögen." Er verweis auf die Oberbank-Aktien, die sich in den vergangenen zwölf Jahren verdreifacht haben.

Hauptredner des Abends war Christoph Boschan, seit eineinhalb Jahren Vorstand der Wiener Börse. Er brach eine Lanze für den Kauf von Aktien, denn sie würden eine durchschnittliche Steigerung von fünf bis zehn Prozent jährlich erbringen. Wer monatlich 25 Euro einzahle, verfüge nach 45 Jahren über 86.000 Euro. 100 Euro monatlich würden eine Gesamtsumme von 345.000 Euro ergeben. "Anlegen ist kein Sprint, sondern ein Marathon."

Erich Stadlberger, Chef des Private Banking, riet eindringlich von Bitcoins ab. Auf die Frage, ob jemand im Publikum hier investiert sei, gingen doch einige Hände nach oben. Boschan lehnt Bitoin ebenfalls ab, brach aber eine Lanze für die dahinterstehende Blockchain-Technologie. "Das ist eine dezentralisierte, fälschungssichere Datenbank." Ihr Nachteil sei, dass der Speichervorgang zu lange dauere und sehr energieintensiv sei.

Wie wird es nach dem guten Jahr 2017 und neuen Höchstständen weitergehen? 70 bis 80 Prozent der Zuhörer zeigten sich optimistisch, die Pessimisten sind in der Minderheit. Das ergab jedenfalls eine Blitzumfrage unter den Gästen.