Chronik | Oberösterreich
12.11.2017

Wer schließt die Lücke, wenn Michael Strugl nach Wien geht?

Rabmer-Koller und Sery-Froschauer gelten als Favoriten für die Strugl-Nachfolge.

Die Regierungsbildung in Wien hat ihre Auswirkungen auch auf Oberösterreich. Landeshauptmannstellvertreter Michael Strugl ist im ÖVP-Team der Koalitionsgespräche mit der FPÖ. Sollte ihm Sebastian Kurz das Angebot machen, das Wirtschaftsministerium zu übernehmen, wird in der Landespartei damit gerechnet, dass er es annimmt. Strugl dementiert das nicht, er sagt lediglich, das sei "alles Spekulation". Würde Strugl nach Wien wechseln, würde er eine große Lücke hinterlassen. Wer soll ihm folgen? Ein logische/r Nachfolger/in drängt sich nicht auf. In Wirtschaftskreisen wird eine Reihe von Namen genannt. So die zurückgetretende Präsidentin des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Ulrike Rabmer-Koller. Gute Chancen werden auch Angelika Sery-Froschauer, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer, eingeräumt. Kammerpräsidentin Doris Hummer hat bisher stets eine Rückkehr in die Landesregierung ausgeschlossen, obwohl ihr der ÖVP-Landesparteivorstand per Beschluß das vorrangige Rückkehrrecht eingeräumt hat.

Weitere Namen, die genannt werden, sind der Welser Wirtschaftsstadtrat Peter Lehner, Stephan Kubinger, Annette Klinger (beide Internorm), der Braunauer Bürgermeister Johannes Waidbacher oder der stellvertretende Wirtschaftskammerdirektor Hermann Pühringer.

Die Position ist nicht einfach zu besetzen, denn der Wirtschaftslandesrat braucht sowohl die Akzeptanz der Landespartei als auch die der Wirtschaft und der Industrie. Weiters ist mit einer Verschiebung der Kompetenzen zu rechnen. So könnte die Zuständigkeit für Wissenschaft und Forschung zu Landeshauptmann Thomas Stelzer wandern. Strugls Ressort war 2015 aufgefettet worden, um den Machtkampf zwischen ihm und Stelzer zu entschärfen.

Wöginger steigt auf

Eine weitere Veränderung im ÖVP-Team der Landesregierung könnte sich 2019 ergeben, wenn sich Landtagspräsident Viktor Sigl zurückzieht. So manche wollen ÖAAB-Obmann August Wöginger nach Linz zurückholen, der nun zum Obmann des ÖVP-Klubs im Parlament avanciert ist.