Das Bild der strahlenden Dunja (6) aus Syrien ging um die Welt.

© /Martin Peneder

Konsequenzen
07/24/2015

Wegen Hass-Postings den Lehrplatz verloren

Lehrling wollte "Flammenwerfer" statt Wasserdusche für Flüchtlingskind.

von Christoph Weiermair

Ein Flüchtlingskind freut sich an einem heißen Sommertag über die Wasserdusche der Feuerwehr und vergisst dabei offenbar all seine Sorgen: Das Bild der strahlenden Dunja (6) aus Syrien, aufgenommen in Feldkirchen in Oberösterreich, ging diese Woche um die Welt. Im Internet gab es für die Idee der Freiwilligen Feuerwehr und das herzige Foto unzählige positive Reaktionen.

Doch nicht jeder freute sich mit der kleinen Dunja. "Flammenwerfer währe (sic!) da die bessere Lösung", ließ ein KfZ-Techniker-Lehrling seinem Hass auf der Facebook-Seite eines Radiosenders freien Lauf. Das Posting sollte dramatische Konsequenzen für den jungen Mann haben. Unzählige aufgebrachte Facebook-Nutzer sagten ihm die Meinung und konfrontierten auch seinen Arbeitgeber, Porsche Wels, mit der Äußerung.

"Wir bedauern den Kommentar unseres Mitarbeiters. Weitere Schritte werden eingeleitet", reagierte Porsche zunächst auf einen Hinweis, den ein aufgebrachter Leser auf die Facebook-Seite des Unternehmens stellte.

"Der Lehrvertrag wurde mit sofortiger Wirkung vorzeitig beendet", bestätigt Richard Mieling, Sprecher der Porsche Holding auf Anfrage des KURIER. "Wir lehnen jegliche Art der Diskriminierung strikt ab. Dieser Vorfall hat uns daher zum Handeln gezwungen."

Im Netz wird die Entscheidung des Unternehmens von vielen begrüßt. Der Bursch räumt auf der Facebook-Seite des Radiosenders einen "großen Fehler" ein: "Ich entschuldige mich für meine gestrige Aussage die für viel Aufregung gesorgt hat. Es war ein grosser Fehler und ich werde mich ab sofort davon distanzieren. Es tut mir wirklich äusserst leid, und ich hoffe, jeder sollte wissen, dass man so etwas sicher nicht ernst meint."

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