Chronik | Oberösterreich
05.12.2011

Wachstum schwächer: Hoffen auf 2 Prozent

Heimische Unternehmen verzeichnen volle Auftragsbücher. Es gibt aber bereits Signale für ein schwächeres Wachstum.

Die Zeit des rasanten Wachstums ist vorbei. Gab es im ersten Halbjahr 2011 noch starke Zugewinne, prognostizieren Wirtschaftsforscher für die zweite Jahreshälfte einen Einbruch. "Aber selbst durch ein Nullwachstum wird die Wirtschaft um knapp mehr als drei Prozent gegenüber 2010 wachsen", sagt Stefan Ederer vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO).
Momentan trübe sich die Stimmung, es herrsche Unsicherheit und die Investitionen der Unternehmen würden nicht mehr zunehmen, beziehungsweise sinken. Das WIFO werde seine Prognose für das kommende Jahr - 1,8 Prozent Wachstum - nach unten revidieren. "Wir rechnen im Moment damit, dass die Wirtschaft spätestens ab Mitte des nächsten Jahres wieder wächst", erklärt der Experte. Voraussetzung sei, dass keine gröbere Verschlechterung, beispielsweise durch Verschärfung der Eurokrise, auftrete.

Aufträge

"Derzeit gibt es noch genügend Aufträge", sagt Bernhard Felderer, Direktor des Instituts für Höhere Studien. Wenn aber ein Abschwung komme, seien besonders Exportländer wie Österreich oder Deutschland betroffen, die viel Investitionsgüter, also langlebige Produkte, herstellen. "Eine Maschine muss nicht an einem bestimmten Tag ersetzt werden."
Vertreter der Wirtschaft blicken trotz der Prognosen zuversichtlich in die nahe Zukunft. "Unsere Konjunkturumfrage über das zweite Quartal 2011 zeichnet ein positives Bild für die nächsten sechs Monate", berichtet Joachim Haindl-Grutsch, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Oberösterreich. Im ersten Halbjahr 2012 werde es aber eine unsichere Phase geben.
"Schlechtes Vertrauen ist nicht gut für die Konjunktur. Es gab aber auch Sorgen über Krisen nach der kritischen Lage in Nordafrika und nach dem GAU in Fukushima." Die Ereignisse seien trotzdem gut ausgegangen. "Den heimischen Unternehmen geht es überwiegend gut", sagt Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl. Wichtig sei es aber, die Kaufkraft zu erhalten. Daher müsse es einen Stopp bei der Erhöhung von öffentlichen Gebühren und Tarifen geben. Insbesondere denke er dabei an die erhöhten Gaspreise. Für das Jahr 2012 ist Leitl zuversichtlich, dass die Wirtschaft um zwei Prozent wachsen werde.