Vermisstes Kind kam in A8-Tankstelle

Mirjam Kiss (li.) und ihre Kollegen versorgten den kleinen Marcel. © Bild: Petschenig/Picturenews.at

Elfjähriger Bub war 14 Stunden lang verschollen.

Der vermisste Marcel tauchte nach 14 Stunden wieder auf.
© Bild: Polizei

Die Strapazen der vergangenen Nacht sind Daniela B. am Samstagvormittag noch deutlich anzusehen. „Ich habe nicht geschlafen“, betont die dreifache Mutter aus Gaspoltshofen. Die Sorge um ihren ältesten Sohn ließ sie kein Auge zumachen.

Der elfjährige Marcel hatte durch sein Verschwinden ein Großaufgebot an Einsatzkräften stundenlang in Atem gehalten: Nach dem Schulgottesdienst um 9.30 Uhr war der Bub – entgegen seiner sonstigen Gewohnheiten – nicht nach Hause gekommen. Die besorgten Eltern alarmierten die Polizei. 82 Feuerwehrleute und zwölf Polizisten rückten aus und suchten gemeinsam mit Nachbarn nach dem Abgängigen. Auch zwei Spürhunde und ein Helikopter kamen zum Einsatz, doch von dem Schüler fehlte jede Spur.

Erst gegen 23 Uhr kam plötzlich die erlösende Nachricht: Marcel sei wieder aufgetaucht – zehn Kilometer entfernt völlig erschöpft in einem Tankstellen-Shop bei der Autobahn-Raststätte Aistersheim. „Er ist zu Fuß hereinspaziert und hat mich gefragt, wo er jetzt ist“, erzählt Tankstellen-Mitarbeiterin Mirjam Kiss. Die 21-Jährige erkundigte sich nach seinem Namen und verständigte die Polizei. „Der Bub war sehr traurig und hat erzählt, dass er den Schulbus verpasst hat und er in der Nähe von Deutschland zu Hause ist“, sagt Kiss. Draußen sei es in dieser Nacht sehr kalt gewesen. „Der Kleine war so arm.“ Sie habe Marcel zur Toilette begleitet und ihn dann mit Essen und Getränken versorgt. „Er hat zur Stärkung ein Paar Würstel mit Semmeln und eine Trinkschokolade bekommen.“

Kurz darauf sei schon die Autobahnpolizei gekommen und habe den Buben seiner Mutter übergeben. Der Elfjährige wurde vorsorglich ins Klinikum Wels gebracht. Bis Samstagabend konnte er von der Polizei nicht einvernommen werden: „Der Bub ist insgesamt aber wohlauf.“ Wo er sich überall aufgehalten hatte, blieb daher noch ein Rätsel.

 

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( Kurier ) Erstellt am 31.03.2012