In der Vergangenheit nahm Avrasya auch an SPÖ-Maiaufmärschen teil

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Linz

"Verein Avrasya hetzt und droht im Internet gegen Armenier"

Auch der Obmann des Linzer Kulturvereins soll sich an der Weiterverbreitung kruder Propaganda beteiligt haben.

von Jürgen Pachner

04/11/2015, 06:00 AM

Der Kulturverein Avrasya wird von der Linzer SPÖ-Spitze als demokratisch und unbedenklich eingestuft. Am 21. Februar organisierte er eine Veranstaltung, in der das so genannte "Massaker von Chodschali" im armenisch-aserbaidschanischen Krieg thematisiert wurde. In dem Konflikt um die Region Bergkarabach sollen am 25. Februar 1992 mehr als 100 aserbaidschanische Zivilisten von armenischen Einheiten getötet worden sein. Die genauen Umstände sind jedoch nicht restlos geklärt, es gibt widersprüchliche Versionen.

In der Werbung für die Linzer Veranstaltung postete Avrasya im Internet ein Plakat, auf dem unter anderem zwei fest verschränkte Hände (eine mit türkischer, die andere mit aserbaidschanischer Flagge) abgebildet wurden. Zu sehen waren außerdem Schwarzweiß-Bilder von verwundeten Kindern. Und unter das Plakat schrieb Avrasya in türkischer Sprache: "Die Knechtschaft wird enden, dann seid ihr dran. Die sich als Armenier bezeichnen, von denen hört man nichts zur Zeit!".

Verbreitet wurde diese Propaganda nicht nur direkt über den Avrasya-Account, sondern auch noch von Obmann Davut G. persönlich.

Für den Rechtsextremismus-Experten Thomas Rammerstorfer stellt das eine Hetze und eine unverhohlene Drohung gegen das armenischen Volk dar: "Die Kombination lässt wohl wenig Interpretationsspielraum offen."

"Stützpunkt"

Thomas Schmidinger, Politologe an der Uni Wien, wertet das genauso: "Das ist sicher als Drohung zu verstehen." Interessant sei aber auch, dass als Veranstaltungsort "Avrasya Linz Ülkü Ocagi" angeführt wurde. "Denn Ülkü Ocagi bezeichnet den vaterländischen Stützpunkt der rechtsextremen Grauen Wölfe", sagt Schmidinger. Das sei ein weiterer Beleg dafür, dass es sich bei Avrasya um eine ihrer Organisationen handle.

Wie berichtet, steht die Linzer SPÖ-Spitze wegen ihrer Nähe zu dem Verein massiv in der Kritik. Stadtchef Luger, Stadtrat Giegler und Bezirksgeschäftsführer Huber bestreiten, dass Avrasya mit den faschistischen Grauen Wölfen etwas zu tun habe.

"Es ist erstaunlich, wie sehr manche die Fakten ignorieren und einfach stur wiederholen, es gebe keine Beweise", wundert sich Vize-Landesparteichefin Fiona Kaiser über ihre Linzer Genossen.

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