Chronik | Oberösterreich
21.01.2018

"Unsere Expansionslust ist ungebrochen"

Gasselsberger kündigt Marktausweitung auf Sachsen an.

Obwohl der offizielle Teil fast zweidreiviertel Stunden gedauert hatte, gingen die rund 2500 Gäste der Oberbank-Gala Mittwochnacht zufrieden nach Hause. Allen voran Generaldirektor Franz Gasselsberger mit seiner Frau Gerti. Schließlich hatte er für 2017 den achten auf ein anderfolgenden Rekordgewinn seines Hauses ankünden können (2016: 219 Millionen Euro), die Aktie war 2017 um 38 Prozent gestiegen.

"Auch für 2018 ist Optimismus angesagt", erklärte er. Die Wirtschaft wachse in fast allen Ländern der Welt. Die Oberbank ebenfalls. Sie will ihr Filialnetz erweitern. "Wir werden nach Sachsen gehen und unsere Expansion in Baden-Württemberg vorantreiben." Ebenso in Wien. "Unsere Expansionslust ist ungebrochen." Gasselsberger kündigte auch eine deutliche Dividendenerhöhung an. Obwohl sich die Bank deutlich weiterentwickelt habe, sei sie sich im Kern selbst reu geblieben. "Unsere Strategie der Nachhaltigkeit ist seit 40 Jahren unverändert."

Von der neuen Bundesregierung erwartet sich der Banker ein ausgeglichenes Budget. "Wann dann, wenn nicht jetzt?" Die Regierung müsse nun liefern und die in Österreich vorherrschende Vollkaskomentalität abbauen.

ORF-Lady Ingrid Thurner führte gekonnt durch das Programm. Auf ihre Fragen meinte Wirtschaftskammervizepräsident Clemens Malina-Altzinger, dass die Stimmung in der Wirtschaft gedreht habe. "Nach zehn Jahren Beton durch die große Koalition hat es nun einen Bruch gegeben, der manchen wehttut." Axel Greiner, Präsident der Industriellenvereinigung, plädierte für ein neues, modernes Arbeitsrecht und eine Entlastung von Steuern und Bürokratie. Landeshauptmann Thomas Stelzer pries die Schuldenbremse und die Überschüsse in den Landesbudgets der nächsten Jahre. Bürgermeister Klaus Luger sieht in der Digitalisierung keine Bedrohung, sondern eine Chance und sprach sich für eine klare Aufgabentrennung zwischen Gemeinden, Ländern und Bund aus.

Intellektueller Höhepunkt des Abends war die Rede des früheren deutschen Finanzministers Theo Waigel. Der 78-Jährige überzeugte mit seinem unglaublichen zeithistorischen Wissen von der Notwendigkeit der europäischen Zusammenarbeit.

Den Worten folgte die Musik. Christian Kolovonits spielte gemeinsam mit Künstlern des Brucknerorchesters, des Orchesters des Bruckner Privatuniversität und dem Chor Ad Libitum bekannte Stücke aus der Filmmusik. Wie Indiana Jones, Der Weiße Hai, Star Wars, Jurassic Park etc. Alle Stücke waren von John Williams komponiert worden. Schließlich ging es gegen 22.15 Uhr zum Buffet, das für manche bis deutlich nach Mitternacht dauerte. Unter den Gästen: Oberbank-Ehrenpräsident Hermann Bell, Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl, Landeshauptmann a.D. Josef Pühringer, Landeshauptmannstellvertreter Michael Strugl und Landesrätin Birgit Gerstorfer.