Chronik | Oberösterreich
08.10.2017

Und nun folgt Moskau

Nach dem Brotmuseum Paneum wird der Neubau in Moskau eröffnet.

Beim Astener Backmittelhersteller Backaldrin geht es Schlag auf Schlag. Vergangenen Donnerstag wurde das vom Architektenbüro Coop Himmelblau eindrucksvoll konzipierte Brotmuseum Paneum eröffnet, am kommenden Freitag wird das neue Werk nahe Moskau offiziell seiner Bestimmung übergeben.

"Wir produzieren dort für Russland und die GUS-Staaten wie Usbekistan, Kirgisien und Kasachstan", sagt Peter Augendopler im Gespräch mit dem KURIER. Backaldrin hat bis zu zehn Millionen Euro investiert, es sponsert den russischen Eishockeyverband und in Weißrussland die Vereinsmannschaft Dynamo Minsk. Eine clevere Investition, ist doch Eishockey in diesen Ländern der beliebsteste Sport. "Für uns ist das eine unglaubliche Geschichte, es ist eine Auszeichnung."

Von den Russland-Sanktionen der EU hält der 71-Jährige gar nichts. "Man wird doch nicht glauben, dass man so das größte Land der Welt in die Knie zwingt. Die USA profitieren und haben ihre Russland-Exporte um 40 Prozent erhöht." Backaldrin ist schon seit 20 Jahren in Russland engagiert. Da der Rubel sich abgeschwächt habe, habe er entschieden, dort direkt zu produzieren.

In 100 Ländern

Backaldrin ist nun weltweit in 100 Ländern vertreten, davon in 18 mit eigenen Firmen. "Wir streben nicht nach neuen Ländern, sondern wir wollen dort optimieren und konsolidieren, wo wir sind."

Ans Aufhören denkt er nicht. "Meine Kinder machen sehr viel und wir haben ein sehr gutes Management. In der Firma läuft es besser denn je, vieles entscheide gar nicht mehr ich. Ich profitiere davon und ich will, dass meine Firma über mich hin aus existiert. Es wäre ein Armutszeugnis, wenn es ohne mich nicht ginge."

Augendopler kommt aus einer Bäckersfamilie, er ist gelernter Bäcker und als solcher versteht er sich bis heute. Nun hat er gemeinsam mit dem Architekten Wolfgang D. Prix ein einzigartiges Museum auf das Betriebsgelände hingezaubert. Donnerstagnachmittag ist es eröffnet worden. Es heisst Paneum und leitet sich vom Lateinischen Panis ab, was Brot bedeutet. "Ich will damit den Menschen zeigen, welchen Einfluss Brot auf die Menschen gehabt hat. Es soll auch eine Werbung für Brotsein. Jeder Mensch ißt Brot."

1200 Objekte aus 9000 Jahren werden gezeigt. Ägyptische Kornmumien sind ebenso zu sehen wie Spielzeugautos, peruanische Totenpfähle, Meissener Porzellan, chinesische Getreidespeicher, Zunftgeräte, Gemälde und tausende Bücher.

Augendopler sieht das Museum als Investition für die Zukunft. "Jährlich sind tausende Bäcker, Konditoren und andere Fachbesucher aus der ganzen Welt zu Gast.

Wie eine Arche Noah

Für Prix hat das Museum die Form eines Wolkenschiffes. Diese Idee sei ihm im Gespräch mit Augendopler gekommen. "Seine intensive Schilderung hat mich an eine Arche Noah erinnert, mit der wertvolle Objekte gleichsam in eine andere Welt gerettet werden sollen."