© Josef Ertl

Chronik Oberösterreich
12/05/2011

Traumjob im kanadischen Toronto

Ein Praktikum in Helsinki brachte ihn auf die richtige Bahn. Dietmar Habacher sieht seine Zukunft im Ausland.

von Josef Ertl

Nachdem ich 2004 ein Praktikum bei der Außenhandelsstelle Helsinki absolviert hatte, habe ich gewusst, das ist es, was ich machen will." Der Welser Dietmar Habacher hat es geschafft. Seit 2009 ist er stellvertretender österreichischer Wirtschaftsdelegierter in Toronto, der größten kanadischen Stadt. Die Metropole liegt am Ontario-See, einem der fünf großen Seen in Nordamerika. 2008 ist der 30-Jährige in die Wirtschaftskammer eingetreten, Toronto ist sein erster Auslandsposten.

Dass er bereit sein muss, an jedem Ort der Welt zu arbeiten, stört ihn nicht. "Das ist das Schwierige und gleichzeitig das Spannende an meinem Job. Man muss sich anpassen und ein neues soziales Umfeld aufbauen. Als junger Mensch gibt es wenig spannendere Dinge."

Deshalb könne er sich auch nicht vorstellen, dass ihm jemals langweilig werde. Anfangs werden die stellvertretenden Wirtschaftsdelegierten von der Außenwirtschaftsorganisation jeweils drei Jahre in drei verschiedene Länder entsandt, bevor sie zu Wirtschaftsdelegierten aufsteigen, die dann jeweils sieben Jahre in einem Land eingesetzt sind.

Leben ist arbeiten

Wie spielt sich das Leben in Toronto ab? "Von der Lebensqualität ist es wie in Europa. Das Arbeitsleben steht aber stärker im Vordergrund. Der Satz: man lebt, um zu arbeiten, trifft zu." Toronto sei die multikulturellste Stadt Nordamerikas, keine Kultur dominiere. "Sie ist eine amerikanische Stadt im Sinne von Schnelllebigkeit, kultureller Vielfalt und Business." Die Menschen seien es gewohnt, in einer Richtung zwei Stunden täglich in die Stadt zu pendeln. Beim Wochenendausflug in die Weiten Kanadas seien sieben Stunden nichts Außergewöhnliches.

Habacher hat zwei ältere Brüder, seine Eltern waren Lehrer. Nach der Matura in Wels hat er Jus in Wien, Genf und Den Haag studiert. Er absolvierte das Gerichtsjahr, um dann in einer Anwaltskanzlei zu erleben, dass das nicht sein Traumjob ist. 2008 trat er in die Wirtschaftskammer ein.

Petra Ackelauer: "Ich nütze die Vorteile meiner Unabhängigkeit"

Irgendwann wird sich herausstellen, was ich machen will. Ich bin noch auf der Suche." Vorerst nützt Petra Ackelauer die Vorteile ihrer Unabhängigkeit. Geboren und die ersten neun Jahre aufgewachsen ist die 25-Jährige in Mailand. Sie war dann zehn Jahre in Linz, bevor sie in Graz Betriebswirtschaftslehre studierte. Anschließend ging sie zwei Jahre nach Australien, um dort den Master in International Business und International Relations zu absolvieren.

Ackelauer suchte dann nach einer Arbeitsmöglichkeit im Ausland, "das Arbeitsvisum hat mich nach Kanada gebracht". Sie wurde in der Außenhandelsstelle in Toronto fündig, wo sie seit zehn Monaten engagiert ist. "Das Gute an meinem Job ist, dass man viele tolle Firmen kennenlernt", erzählt sie. Sie ist zuständig für österreichische Unternehmen, die in den Bereichen Automotive, Maschinen, Anlagen und Elektronik tätig sind und sich in Kanada engagieren wollen. Alle zwei Wochen erstellt sie einen Newsletter, in dem Firmen über öffentliche Ausschreibungen in Kanada informiert werden.

Im November begleitet sie Firmen bei einer Marktsondierungsreise. Kürzlich hat sie sich ein Motorrad gekauft, eine Kawasaki 250, um das Land besser kennenzulernen. Irgendwann beabsichtigt sie, nach Österreich zurückzukehren, "weil es die Heimat ist. Aber wann, ist völlig offen."

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