Chronik | Oberösterreich
01.06.2017

Tod einer Migräne-Patientin: Gutachten liegt vor

Die 36-jährige Frau war vom Spital nach Hause geschickt worden und zwölf Stunden später an einer Gehirnblutung gestorben.

Im Fall einer Migräne-Patientin, die von einem Linzer Spital nach Hause geschickt worden war und zwölf Stunden später an einer Gehirnblutung starb, liegt jetzt das medizinische Gutachten vor. Staatsanwaltschaftssprecher Philip Christl bestätigte den Bericht der Kronen Zeitung vom Donnerstag. Die Anklagebehörde ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen die behandelnde Ärztin.

Laut dem Zeitungsbericht habe die Medizinerin nicht nach den Regeln der ärztlichen Kunst gehandelt, da sie bei der 36-Jährigen keine Computertomografie machen ließ, beruft sich die Zeitung auf die Einschätzung des beauftragten Mediziners. Christl konnte zum Inhalt der Expertise am Donnerstag keine Auskunft geben, da er noch nicht mit den Verteidiger Rücksprache halten konnte.

Die Frau war im November des Vorjahres mit starken Kopfschmerzen und einem tauben Gefühl im Bein ins Krankenhaus der Barmherzigen Brüder gekommen und mit der Diagnose "normale Migräne" heimgeschickt worden. Ihr soll gesagt worden sein, eine Computertomografie für eine weitere Untersuchung sei nicht nötig. Der Ehemann brachte sie daher nach Hause, wo sie etwas aß und sich hinlegte. Zwei Stunden später brach die Frau am Rückweg von der Toilette bewusstlos zusammen. Sie soll bereits hirntot in den Neuromed-Campus der Linzer Uniklinik gebracht worden sein, wo sie später starb.

Die behandelnde Ärztin habe nun die Möglichkeit, zu dem Gutachtung Stellung zu beziehen, so der Staatsanwaltschaftssprecher. Danach werde entschieden, ob Anklage erhoben wird. Im Falle einer Verurteilung drohen der Medizinerin bis zu einem Jahr Haft.